Druckschrift 
Das von den Gebrüdern Simon und Niklas Meister gemalte Rundgemälde des schönsten Punktes des Mittelrheins, von Ehrenbreitstein bis Hammerstein : belebt durch den vierten Rheinübergang der Franzosen unter General Hoche 1797, topographisch-historisch erklärt ; mit einer übersichtlichen historischen Einleitung und Umrissen zu einer Biographie des General Hoche
Entstehung
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Wie reißend auch die Fortschritte der Rhein-Armeeunter dem General en clivk Moreau und der Sam-bre- und Maas- Armee unter dem General en cliekJourdan im Innern Deutschlands gewesen, daß ih-nen sogar der Weg in die östreichischen Erblande schonoffen stand, so entriß Erzherzog Carl nach seinemUebergang über die Donau ihnen bald wieder alleFrüchte ihrer Siege. Nach der Schlacht bei Würz-burg, am 3. September, die Jourdan verlor, warder Rückzug der Franzosen ebenso rasch, wie einigeMonate früher ihr Vordringen. Schon am 8. Sep-tember mußten sie Frankfurt aufgegeben und einigeTage spater die Blokaden von Mainz und Ehrenbreit-stein, welche letztere schon II Wochen gewahrt hatte;Moreau hatte indeß in seinem Rückzüge durch denSchwarzwald sein seltenes Fcldherrn-Talent bewährtund zog einen Theil seiner Armee bei Neuwied überden Rhein zurück. Nach dem Entsätze Ehrenbreit-steins rückte das kaiserliche Heer unter Gcneralfeld-marschall-Lieutenant Kray in die Ebene von Neu-wied, und bezog ein Lager in der Nahe von Bendorf,ein zweites zwischen Sayn und Romersdorf und eindrittes zwischen Oberbiber und Gladbach. Nachdemdie Oestrcicher hier ihre Stellungen genommen hatten,griffen sie am 29. September die Franzosen in drei Ko-lonnen an; die eine besetzte mit ihrem Geschütz die Hö-hen von Irlich, die zweite suchte den Feind aus Heddes-dorf zu treiben, und die dritte machte die Stadt selbstzum Ziele ihres Angriffs. Bald war der Kampf allge-mein, von beiden Seiten mit gleicher Hartnäckigkeit ge-führt. Der Oestrcicher Geschütz bestrich die Stadt von derJrlicher Höhe aus, und die auf der Heddcsdorfcr Anhöheaufgepflanzten Batterien suchten das Feuer des Brük-kenkopfes zum Schweigen zu bringen, welches abervon der ganzen Linie des linken Rheinufers und vonden Batterien der Insel so lebhaft unterstützt wurde,daß die Oestrcicher vergebens in Neuwied festen Fußzu fassen suchten. Abends 7 Uhr wurde ein Waffen-stillstand geschlossen und Neuwied neutral erklärt.