Kritische Untersuchungen älterer Gradmessungen. 189
berechnen, welche wegen der, in Indien ausgeführfen, grossenGradmessung, von La mb ton und Everest bestimmt wordenwaren. Heide haben es zwar an sorgfältiger Berechnung - undAusführung der Beobachtungen nicht fehlen lassen, Letzterernamentlich hat in seinem Werke über diese Gradmessung aucheinen Thcil der Lambton’schen Beobachtungen in Punnae, demsüdlichsten Endpunkte, so wie alle in Dnumcragidda, dem nörd-lichsten Punkte des Lambton’schen Antheils an dieser Unter-nehmung gemachten, neu berechnet. Aber thcils war es noth-wcmlig, alle Beobachtungen nach genau gleichen Elementenzu rcduciren, thcils musste untersucht werden, ob der Bogendes Zenithseetors dem Halbmesser desselben genau entspricht.Auch glaubte Besse], dass die angewandte Art, die Beobach-tungen an den verschiedenen Stationen der Gradmessung miteinander in Verbindung zu setzen, einer Verbesserung bedürfe.Ganz vorzüglich wurde er aber veranlasst, eine neue Ileductionder einzelnen Beobachtungen für nöthig zu halten, weil seit30 Jahren die Kcnntniss der eigenen Bewegungen der Fix-sterne an Zuverlässigkeit gewonnen hat. Lambton war zurZeit des Anfangs seiner Arbeit (1805) noch gezwungen, sehrfehlerhafte Bestimmungen der Declinationen der Sterne und ihrerVeränderungen anzuwenden. Hierdurch ist die von ihm ge-machte Ileduction seiner, bis zum Jahre 1815 fortgehenden,Beobachtungen auf den Anfang 1805 offenbar in einigen Fällenbeträchtlich fehlerhaft geworden, z. B. in Betreff des Sterns ySerpentis, dessen eigene Bewegung (1",25 jährlich) ihm unbe-kannt war. Selbst noch in anderer Hinsicht sind die Hilfsmit-tel zur Ileduction von Beobachtungen seit jener Zeit so be-trächtlich verbessert worden, dass man, auch unabhängig von dereigenen Bewegung, auf merklich verschiedene Resultate rech-nen konnte. Was die Richtigkeit der Theilung des Zenith-scctors betrifft, so ist von dem Fleisse eines Rains den aller-dings zu erwarten, dass ihr Fehler nicht sehr beträchtlich seinkönne. Allein zu der Ueberzeugung von dem Aichtvorhanden-sein eines solchen Fehlers, oder zu der Bestimmung seinerGrösse, im Falle er vorhanden ist, kann man, wie Besselsagt, nur durch eine Untersuchung der, mit dem Instrumentegemachten, Beobachtungen gelangen, und zwar schon deshalb,