Druckschrift 
2 (1844)
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

Knitsche Untersuchungen älterer Gradmessungen, 187

schenkte grosse Zutrauen der Astronomen bedeutend geschwächthaben, so dass wenigstens ein Tlicil des Unterschiedes aufRechnung der Svanberg’schen Arbeit gesetzt werden könnte,wenn gleich die Amplitudo seines Bogens gewiss nicht um15 Secunden fehlerhaft ist. Will inan indessen auch die neuereArbeit ganz unangefochten lassen , so ist doch zu bedenken,dass die Endpunkte des Svanberg’schen Bogens von denender französischen Vermessung um mehr als 20" verschiedensind, und dass in einem so unebenen Lande eine kleine Orts-veränderung sehr wohl bedeutenden Einfluss auf die Polhöhchaben kann. Wie dem aber auch sein mag, und welche Auf-schlüsse auch von der Zukunft über die Gründe dieser auffal-lenden Differenz zu erwarten sein mögen, so bleibt doch das,was Rosenberger zu finden vermocht hat, von hohem In-teresse. Wirklich ist R o s e n b e r ge r’s Arbeit, wie Hansensagt, schätzenswerth und für die Wissenschaft von reellemNutzen. Wenn auch durch die vorhandenen Data die eigent-liche Quelle des grossen Unterschiedes zwischen der, aus jenerund Svanberg’s Gradmessung sich ergebenden, Länge desMeridiangrades sich nicht finden liess, so geschieht dies dochvielleicht in Zukunft. Uebrigens ist die Differenz (23,583 Toi-sen) in dem Bogen zwischen den Parallelkreisen von Kittisund Tornea beinahe kleiner, als man erwarten durfte. Dage-gen ist die Differenz (208 Toisen) des gemessenen Meridian-'grades ungleich bedeutender, und kann nur, wie Hansenglaubt, in der Amplitudo des vom Zenith der äussern Stationeneingeschlossenen Himmelsbogens liegen, da es nicht wahrschein-lich ist, dass Svanberg’s eigene Dreiecke bedeutend fehler-haft sein sollten. Doch lässt sich durch die vorhandenen Datanicht entscheiden, ob die Amplitudo falsch gemessen wordenoder eine Unregelmässigkeit im Innern der Erde jene Differenzveranlasst hat. Nimmt man das Letztere an, so muss einesolche Unregelmässigkeit wenigstens auf Kittis (bei Mau-pertuis) und auf Palilawara (hei Svanberg) cingewirkthaben, weil die Polhöhe von Tornea in beiden Gradmessungennur um 2",4 verschieden gefunden ist. Hieraus ergiebt sichoffenbar die Nothwcndigkeit, bei Gradmessungen sich nicht mitder Beobachtung der Polhöhe beider Endstationen zu begnügen.—