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Astronomische Geographie.
Kritische Unter suchung en älterer Grad-messung e u.
Von dem wichtigen Gegenstände, den Gradmessungen, gehenwir zu den Mittheilungen einer gewissen Art von Berechnungenüber, die eben so wichtig als jene Operationen sind, da diesel-ben durch solche Bearbeitungen erst wirklichen Werth er-halten. Zu den Bereicherungen der Hilfsmittel für Bestimmungder Erde sind nämlich unbedingt kritische Untersuchungen frü- jherer Gradmessungen zu rechnen, weil sonst uncntdeckt blei-bende Irrthiimer in denselben offenbar den nachtheiligsten Ein-fluss auf die gefundenen Resultate haben würden. — Zuerststellte v. Zach im Jahre 1802 eine Discussion der bekanntenLiesganig’schen Gradmessung 1 ) an. Es ergab sich, dassdiese ganze Arbeit höchst fehlerhaft, folglich als völlig un-brauchbar aus der Reihe der Gradmessungen gänzlich weg-fallen müsse. Eine eben so horrende Fehlerhaftigkeit hat v,Zach bei den astronomisch - geodätischen Arbeiten La-val’s im südlichen Frankreich evident nachgewiesen 2 ). Nach-dem v. Zach an Ort und Stelle die Untersuchung über denproblematischen Turiner Grad von ßeccaria vorgenommenhatte, sah man um das Jahr 1811 dem Resultate dieser Unter-suchung mit grosser Spannung entgegen. — Um die nämlicheZeit waren von Conti, v. Zach und Calandrelli die Brei-tenbestimmungen von Rimini und Rom, den beiden Endpunktender B o sco vi ch’schen Gradmessung, bereits und zwar sehrsorgfältig wiederholt worden. Dennoch erschienen in Bezugauf die B o s c o v i c h’schen Resultate Unterschiede von nur 2bis 5 Secunden. Es scheint daher diese ältere Operation eineder bessern zu sein. — Gegen die Messungen am Vorgebirgeder guten Hotfnung durch Eacaille und in Amerika durchMasson und Dixon hatte man stets Zweifel aufzustellen;gegen letztere Operation nach v. Lin den au vielleicht mitUnrecht, da dieser im Detail derselben und namentlich in derBestimmung der Amplitudo vielen Fleiss gefunden hatte.
1. Monall. Corr. VIII. S. 507, IX. S. 32 u. 120.
2. Monatl. Corr. XIV. S. 500 u. f.