12S Astronomische Gegenstände nenn/schien Inhalts.
Theil: die Bercchnungsart der Angestellten Beobachtungen, inder, That noch au manchen nicht geringen Unvollkommenheiten.Es sind zwar vielfältige Vorschriften und Hilfsmittel vorhanden,die von den Seefahrern mit Leichtigkeit gebraucht werden.Allein Leichtigkeit der Anwendung und Sicherheit der Resul-tate zu vereinigen: so weit hat man es noch nicht gebracht.Namentlich war es seither ein grosser Fehler, die Erde alseinen genau kugelförmigen Körper anzunehmen, theils unge-naue Rcfractionstafeln, theils die mittlere statt der wahrenStrahlenbrechung anzuwenden, die Beobachtung selbst nicht aufdie Messung der Distanz allein zu beschranken, sondern auchnoch die Höhen beider Gestirne zu beobachten u. s. w. —Ohne erst auf die Beantwortung der Frage einzugehen, ob dieVermeidung der so eben angeführten Fehler der Rechnung fürden Seegebrauch mehr oder weniger wesentlich sei, kann mandennoch gewiss mit Bcssel einverstanden sein, dass von zweiMethoden, die beide gleich viel Rechnung erfordern, deren einejedoch genau ist, während die andere Methode oft nur einenViertelgrad und mehr noch falsche Resultate geben kann, jeneerstcre den Vorzug verdient. Deshalb nun hat es Bessel ver-sucht, ob alle diese Unvollkommenheiten nicht auf einem ganz,neuen, von dem bisherigen verschiedenen, Wege vermieden wer-den können. Dieser Versuch ist ein ausserordentlich gelungenerzu nennen, wie wir aus Bessel’s Abhandlung zur Genügeersehen. Die neue Rerechnungsart gehet nämlich von einerandern Ansicht der Aufgabe aus 1 ).
zur See zu Stande bringen kann, die derjenigen durch Sternbedeckun-gen an Genauigkeit nur wenig nachstehet.
J. Die bisher angewandten Berechnungsmethoden bestehen darin:Es werden zwei sphärische Dreiecke betrachtet, deren Seiten resp. diescheinbaren Zenithdistanzen und die scheinbare Entfernung, so wie diewahren Zenithdistanzen und die wahre Entfernung sind. Diese Drei-ecke haben einen gemeinschaftlichen Winkel am Scheitelpunkte. DieReduction der scheinbaren Entfernung auf die wahre wird dadurcherlangt, dass man die Veränderung der dem gemeinschaftlichen Winkelgegenüber stehenden Seite sucht, welche durch die, von der Parallaxeund Refraction herriihrenden, Veränderungen der ihn einschliessendenSeiten entstehet. Die vorhandenen Vorschriften unterscheiden sichzwar nun wesentlich in der Art, wie sie diese Veränderungen ergeben,stimmen jedoch in der Grundidee sämintlich überein.