106 Astronomische Geyenstände vermischten Inhalts,
nicht angenommen werden, und der alte Zweifel blieb noch langeungelöst. Endlich hatte aber Bes sei in seinen Fuudamentis Astro-nomiae die llefraction zum besondern Gegenstände seiner Un-tersuchungen gemacht und gefunden, dass seine neuen, verbes-serten Tafeln bei den Beobachtungen der Schiefe der Ekliptik,die Bradley angestellt halte, jene Differenz nicht mehr zeigtenund doch zugleich alle andern an den Fixsternen angestelltenBenbachtungen vollkommen befriedigend darstellten. Da Mas-kelyne, Piazzi und Pond beinahe alle die oben erwähntenB r a d 1 ey’schen Refractionstafeln zur Reduotion ihrer Beobach-tungen angewendet hatten, so vermuthete er, dass die von ihnengefundene Differenz ebenfalls aus derselben Quelle entstandensei. Bes sei berechnete *) daher diese Beobachtungen nocheinmal mittels seiner neuen Uefractionstafeln, und sah zu seinerZufriedenheit jene Differenz vollkommen verschwinden, so dassdie Winter- und Sommersolstitien völlig unter einander überein-stimmten. Dadurch erhielt denn nicht nur der so lange gehegteZweifel der Astronomen, sondern auch ein sonderbarer Aufsatzin v. Zach’s Monat!. Correspondenz seine Abfertigung, in wel-chem man aus den Beobachtungen der Astronomen nachweiscnwollte, dass bei den sämmtlichen Planetenbahnen jene Beugungin zwei gegen einander geneigte Ebenen, die man bei den Son-nenbahnen gefunden hatte, ebenfalls und noch in grösserm Massestatt habe. Schliesslich erwähnen wir, dass für die jetzige ZeitBessel die genauesten Elemente und Tafeln für die Berechnungder Schiefe der Ekliptik in seinen Tab. Regiomont. gegebenhat, und dass dieselben vorzugsweise hei dem Berliner Astron.Jahrbuche und bei allen genauen Berechnungen der heutigenAstronomen zum Grunde gelegt werden.
1. Mail s. auch Zeitschr. f. Astron. I. S. 83 bis 86.
2. Tab. Reytamont. Tab. Ul., IV. et V. S. 3 bis 10.