M essung.
Bergspitzen, Felswände, Vorgebirge, Klippen, genau bestimmtwürden, allenfalls durch trigonometrische Verbindung mit denSternwarten, aus denen vereint dann nach Jahrtausenden dieJ_jase des ersten Meridians wieder herzuleiten wäre h
Gröfser noch als beiden Seefahrern ist die Verschiedenheitder ersten Meridiane bei den Astronomen, aber bei diesen, denendas Rechnen Beruf ist, auch weniger störend und als blofser Ge-genstand der Rechnung weniger bedenklich. Jeder zählt dieLängen entweder von seiner Sternwarte, oder von derjenigen,auf deren Meridian die astronomischen Hidfstafeln, die erge-braucht, berechnet sind. So machten es die Herausgeber vonIiphemeriden und Planetentafeln von Ptolemaeus an bis auf dieneuesten Zeiten. Das Verdienst, welches sich gegen Ende desverflossenen Jahrhunderts die französischen Astronomen um dieHerausgabe neuer, sehr verbesserter Sonnen-, Mond - undPlanetentafeln erwarben, hatte zur Folge, dafs die Astronomendes Continents alle Beobachtungen und berechneten Längen aufden Pariser Meridian bezogen, so dafs gegenwärtig, wenigstensfür die geographischen Längenangaben , meistens nur die Meri-diane der Sternwarten von Paris und Greenwich aufgeführtwerden.
Die Messung des Abstandes zweier Meridiane unterliegtungleich gröfseren Schwierigkeiten , als diejenige der Distanzzweier Parallelkreise. Sie wird entweder durch directe Messungauf der Erde mittelst Dreiecke erhalten , wobei man die Gröiseund Gestalt der Erde als bekannt voraussetzt, oder man bestimmtsie durch die Zeit, welche ein Stern gebraucht, um in Folgeseiner täglichen scheinbaren Bewegung vom Meridiane einesOrtes zu demjenigen eines westlichem zu wandern. Ist diesesGestirn die Sonne, nach welcher wir unsere Zeit zu bestimmenoder unsere Uhren zu richten pflegen, so darf man nur die Zeitenvergleichen, welche die Uhr des einen und des andern Beob-achters im nämlichen Momente zeigen. Denn da jeder seineUhr auf 12 oder 0 Uhr richtet, wenn die Sonne durch seinenMittagskreis geht, so werden diese Uhren , insofern sie einenrichtigen Gang haben, immer um die nämliche Zahl von Stun-
1 Da der Pic zuweilen in Wolken geballt ist, so könnte man dieLänge auch aus der höchsten Spitze der Küste der Punta deNaga ab-leiten, welche in 28° 37'uördl. Breite 18° 28'30" westl. von Paris liegt.