Druckschrift 
5,2 (1830) I und K
Entstehung
Seite
701
Einzelbild herunterladen
 

Inflexion des Lichte«.

7U1

clie Ablenkung beim Wasser = 0,77 e seyn , wenn sie = e inder Luft ist; aber der unter diesem Winkel vom Einfallslotheauf die Fläche, wo der Strahl in die Luft eintritt, abweichendeStrahl gellt unter dem Winkel =e geneigt in der Luft fort, unddie Erscheinungen nach dem Ilervordringen in die Luft bleibenalso ganz ungeändert. Um indefs die in dem andern Mittel ein-tretenden Aenderungen wahrzunehmen , ehe der Strahl in dieLuft übergeht, und jenes wichtige Gesetz, dafs sich die Beu-gung wirklich dem Brechungsverhältnisse gemäfs ändere, deut-lich zu bestätigen, wurde ein 2 Bieter langes Gefäfs genommen,um darin jene beiden den engen Spalt bildenden Schärfen ein-zutauchen, und dieses ward am Ende mit einem matt geschlif-fenen Glase geschlossen. Das Gefäfs mufste eine bedeutendeLänge haben, damit das matt geschliffene Glas, auf welchem dieFarben sich zeigen sollten, denjenigen Abstand habe , in wel-chem sich schon alle Farbenstreifen gehörig darstellen. DerVersuch wurde zuerst angestellt, wenn das Gefäfs blofs mit Luftgefüllt war, die Farbenstreifen wurden genau abgemessen und danndas Gefäfs mit Wasser gefüllt. In derThat nahmen die Abständeder Streifen ab und wurden dessen , was sie vorhin waren,oanz so, wie es das Verhältnis der Brechung fordert. Ebender Versuch ward so wiederholt, dafs die den Spalt bildendenFlächen von Crownglas waren, eingetaucht in Terpentinöl,welches fast eben so stark als Glas bricht; aber auch da bestätigtesich dasselbe Gesetz , dafs die Ablenkungen den Accessen , sowie sie in diesem Medio seyn müssen, gemäfs sind.

Ich habe wohl nicht nöthig, bei den Schlüssen zu verwei-len, welche Biot hieran knüpft; denn wenn die Abweichungder Strahlen bei der Beugung so bestimmten Regeln folgt, so istes klar, dafs man da, wo gemischte Farbenstrahlen aufbaUen,den Ort bestimmen kann , wo der Farbenstreif der einen F’arbe,und den Ort, wo der Farbenstreif der andern Farbe hinfällt,dafs man also auch die Mischungen von Farben angeben kann,die da entstehen , w’o eine Erleuchtung von beiden Farben zu-gleich statt findet. Ist das aulfallende Licht ein weifses Licht,so zeigt sich in der Mitte Weifs, weil alle Farbenstrahlen dortLicht hin gelangen lassen; dieses Weifs ist mit Roth umgrenzt,weil das Roth sich'weiter erstreckt, als alle andern einzeln auf-fallenden Farben, oder weil der Abstand des ersten dunkelnStreifs für das Roth gröfser ist, als iiir die übrigen. Aber da