Druckschrift 
5,2 (1830) I und K
Entstehung
Seite
697
Einzelbild herunterladen
 

Inflexion des Lichtes.

697

Winkel einander begegnen, so entsteht an der Spitze ein dunk-ler Zwischenraum in der Milte. Die hyperbolische Form derStreifen, die auch Flaugergues ausgeniessen hat, will ich hiernicht noch einmal beschreiben, da sie mit Newton’s Angaben

übereinstimmen.

Nach ähnlichen Gesetzen, wie hier die Streifen sich erwei-tern, ändern sich auch die Erscheinungen, welche durch dieSonnenstrahlen hervorgebracht werden, die durch enge Löchercehen. Läfst man dein Loche eine Weite von 3 bis 4 Lin,, soist del helle Kreis mit Farbenringen umgeben ; wählt man Lö-cher von kleinerem Halbmesser, so gehen diese Farbenringe im-mer mehr nach der Mitte zu ; bei noch engern Löchern vereini-gen sie sich in der Bütte, und so wie man allmälig immer engereLöcher wählt, treten sie wieder aus der Mitte hervor, und ge-lten endlich in den Schatten über, statt dafs sie bei nicht so en-«en Löchern im Hellen erscheinen. Hierbei wird ein immer

O .

gleicher Abstand der das Bild aulfangenden Tafel vorausgesetzt.

Dieses ist der Inhalt der Abhandlung von Flaugergues,den ich,weil seine Versuche sich so leicht nachmachen lassenund so viel belehrende Blannigfalligkeit darbieten , etwas ge-nauer angegeben habe.

Was von Götiie über die Beugung sagt 1 , fügt zu demBisherigen nur wenig Neues hinzu. Seine Versuche sind mei-stens nur Wiederholungen der schon bekannten, und obgleich dieBemerkung, dafs man auf das Ausgehen von Lichtstrahlen vondem die Sonne umgebenden hellen Himmel Rücksicht nehmenmufs, wahr ist, so erklärt doch weder diese Bemerkung, nochdas Hervorbringen der Doppelschatten durch zwei Lichter diemehrfachen Farbenringe, und im fmstern Zimmer verliert jeneBemerkung ganz ihren Werth. Dafs die farbigen Sonnenbilderan Bletallsaiten, an Spinnenfäden u. s. w. hierher gehören, hatvon Götiie richtig bemerkt. Ich werde auf diese Erscheinungenspäter zurückkommen.

Zu den wichtigem Beobachtungen , die zu einer wahren Er-weiterung des Vorigen dienen , gehören dagegen Biot’s Versu-che, die er mitTouiLLET vereinigt anstellte 2 . Biot fängt seineBetrachtungen mit einer Bemerkung an, die hier einen Platz fin-

1 Farbenlehre J. 1G4.

2 Biot Traite (le phys. IV. p. 743.

Yy 2