26
ziehen konnte. Madonna Maria war gleichsamdie schöne Dame >lrr llom^toir der katholischenKirche, die deren Kunden, besonders die Barba-ren des Nordens, mit ihrem himmlischen Lächelnanzog und festhielt.
Die Baukunst trug im Mittelalter denselbenCharakter wie die anderen Künste; wie denn über-haupt damals alle Manifestazionen des Lebensaufs wunderbarste mit einander harmonieren.Hier, in der Architektur, zeigt sich dieselbe para-bolische Tendenz wie in der Dichtkunst. Wennwir jetzt in einen alten Dom treten, ahnen wirkaum mehr den esoterischen Sinn seiner steiner-nen Symbolik. Nur der Gesammteindruck dringtuns unmittelbar in's Ecmüth. Wir fühlen hierdie Erhebung des Geistes und die Zcrtrctung desFleisches. Das Innere des Doms selbst ist einhohles Kreuz und wir wandeln da im Werk-zeuge des Martyrthums selbst; die bunten Fen-ster werfen auf uns ihre rothen und grünen Lich-