Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
507
Einzelbild herunterladen
 

507

bereits gemessenen Höhenpunkten auf dem Mvnde finde ich 39höher als den Montblanc (2462 Toisen) und 6 höher als18000 Pariser Fuß. Die Messungen geschehen entweder durchLicht-Tangenten (durch Bestimmung des Abstandes der in derNachtseite des Mondes als Lichtpunkte erleuchteten Berggipfelvon der Lichtgrenze), oder durch Länge der Schatten. Derersten Methode bediente sich schon Galilei, wie aus seinemBriefe an den Pater Grienbergcr über die Ncmtuosila üsllaUnna erhellt.

Nach Mädler's sorgfältigen Bergmessungcn mittelst derLänge der Schatten sind die Culminationspunkte des Mondesin absteigender Folge am Südrande, dem Pole sehr nahe,Dorsel und Leibnitz, 3800 Toisen; das Ringgebirge New-ton, wo ein Theil der tiefen Aushöhlung nie, weder vonder Sonne noch von der Erdscheibe, beschienen wird, 3727Toisen; Casatus östlich von Newton 3569 T.; Calip-pus in der Kaukasus-Kette 3190 T.; die Apenninenzwischen 2800 und 3000 T. Es muß hier bemerkt werden,daß bei dem gänzlichen Mangel einer allgemeinen Niveau-Linie (der Ebene gleichen Abstandes von dem Centrum einesWeltkörpers, wie uns auf unserem Planeten die Meeresflächedarbietet) die absoluten Höhen nicht streng unter einander zuvergleichen sind, da die hier gegebenen 6 numerischen Resultateeigentlich nur Unterschiede der Gipfel von den nächsten sieumgebenden Ebenen oder Tiefpunkten ausdrücken.^ Auf-fallend ist es immer, daß Galilei die höchsten Mondgebirgeebenfalls »ineirca miglia guatrcxc, also ohngefähr 1 geogr.Meile (3800 T.), schätzte und sie nach dem Maaß seinerhypsometrischen Kenntnisse für höher hielt als alle Bergeder Erde.