Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
501
Einzelbild herunterladen
 

501

so nahe übereinkommen, baß man keinen entscheidenden Unter-schied je hat auffinden können." ^ Der Eintritt von Sternen,welcher sich besonders scharf am dunklen Rande beobachtenläßt, erfolgt Plötzlich und ohne allmälige Verminderung desSternglanzes, eben so der Austritt oder das Wiedcrerscheinen.Bei den wenigen Ausnahmen, die angegeben werden, magdie Ursach in zufälligen Veränderungen unserer Atmosphäregelegen haben.

Fehlt nun dem Erdmonde jede gasförmige Umhüllung,so steigen dort bei Mangel alles diffusen Lichtes die Gestirnean einem fast schwarzen Taghimmel empor^; keine Luft-welle kann dort tragen den Schall, den Gesang und die Rede.Es ist der Mond für unsere Phantasie, die so gern an-maßend in das nicht zu Ergründende übcrschweift, eine laut-lose Einöde.

Das bei Sternbedeckungen bisweilen bemerkte Phänomendes Verweilcns (Klebens) des eintretenden Sternes an undin dem Rande deö Mondes ^ kann wohl nicht als Folge derIrradiation betrachtet werden, welche bei der schmalenMondsichel, wegen einer so verschiedenen Intensität des Lich-tes im aschfarbenen und in dem von der Sonne unmittelbarerleuchteten Theile, diesen allerdings als jenen umfassen d demAuge erscheinen läßt. Arago hat bei einer totalen Mondsinsternißeinen Stern an der wenig leuchtenden rothen Mondscheibewährend der Conjunction deutlichst kleben sehen. Ob überhauptdie hier berührte Erscheinung in der Empfindung und in phy-siologischen Ursachen oder in der Aberration der Refran-gibilität nnd Sphäricität des AugeS ^ gegründet sei, ist ein Ge-genstand der Discussion zwischen Arago und Plateau geblieben.Die Fälle, in denen behauptet wird, daß man ein Verschwinden