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Cartagena de Jndiaö lag und eine Total-Finsterniß beobachtete,war es mir überaus auffallend, wie viel leuchtender die rotheMondscheibe unter dem Tropenhimmel erscheint als in meinemnördlichen Vaterlande. ^ Das ganze Phänomen ist bekanntlicheine Folge der Strahlenbrechung: da, wie Kepler sich sehr rich-tig ausdrückt sUaralip., Östron, pars optica p. 895),die Sonnenstrahlen bei ihrem Durchgange durch die Atmosphäreder Erde infleetirt und in den Schattenkegel geworfen werden.Die gcröthete oder glühende Scheibe ist übrigens nie gleich-förmig farbig. Einige Stellen zeigen sich immer dunkler unddabei fortschreitend farbcändernd. Die Griechen hatten sich eineeigene, wundersame Theorie gebildet über die verschiedenenFarben, welche der verfinsterte Mond zeigen soll, je nachdemdie Finstcrniß zu anderen Stunden eintritt. ^
In dem langen Streite über die Wahrscheinlichkeit oderUnWahrscheinlichkeit einer atmosphärischen Umhüllung des Mon-des haben genaue Occultations-Beobachtungen erwiesen, daßkeine Strahlenbrechung am Mondrande statt hat, und daß sichdemnach die Schröter'schcn Annahmen^ einer Mond-Atmosphäreund Mond-Dämmerung widerlegt finden. „Die Verglei-chung der beiden Wcrthe des Mond-Halbmessers, welche maneinerseits aus directer Messung, andererseits aus der Dauerdes Verweilenö vor einem Firstern während der Bedeckungableiten kann, lehrt, daß das Licht eines Firsterns in demAugenblick, in welchem letzterer den Mondrand berührt, nichtfür uns merklich von seiner geradlinigen Bewegung abge-lenkt wird. Wäre eine Strahlenbrechung am Rand des Mon-des vorhanden, so müßte die zweite Bestimmung den Halb-messer um das Doppelte derselben kleiner ergeben als die erste;wogegen aber bei mehrfachen Versuchen beide Bestimmungen