Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
384
Einzelbild herunterladen
 

384

die Berggipfel jenes lichtlosen Sonnenkörpers sehen. Dassind die schwarzen Kerne im Centrum der Sonnenflekken."Die aschfarbenen Höfe (Penumbren), von welchen die Kerneumgeben sind, blieben damals noch unerklärt.

Eine sinnreiche und seitdem vielfach bestätigte Beobachtung,welche Alexander Wilson, der Astronom von Glasgow, aneinem großen Sonnenflecken den 22 Nov. 1769 machte, leiteteihn auf die Erklärung der Höfe. Wilson entdeckte, daß, sowie ein Flecken sich gegen den Sonnenrand hinbewegt, diePenumbra nach der gegen das Centrum der Sonne gekehrtenSeite in Vergleich mit der entgegengesetzten Seite allmäligschmaler und schmaler wird. Der Beobachter schloß sehr rich-tig ^ aus diesen Dimensions - Verhältnissen im Jahr 1774,daß der Kern des Fleckens (der durch die trichterförmigeErcavation in der Lichthülle sichtbar werdende Theil desdunklen Sonnenkörpers) tiefer liege als die Penumbra, unddaß diese von den abhängigen Seitenwänden des Trichtersgebildet werde. Diese Erklärungsweise beantwortete aber nochnicht die Frage, warum die Höfe am lichtesten nahe bei demKernflecken sind?

In seinenGedanken über die Natur der Sonne unddie Entstehung ihrer Flecken" entwickelte, ohne Wilson's frühereAbhandlung zu kennen, unser Berliner Astronom Bode mitder ihm eigenthümlichen populären Klarheit ganz ähnlicheIdeen. Er hat dazu das Verdienst gehabt die Erklärung derPenumbra dadurch zu erleichtern, daß er, fast wie in denAhndungen des Kardinals Nicolaus von Cusa, zwischen derPhotosphäre und dem dunklen Sonnenkörper noch eine wolkigeDunstschicht annahm. Diese Hypothese von zwei Schichtenführt zu folgenden Schlüssein Entsteht in weniger häufigen