Z83
zugehöre. Diese, in der Geschichte der Astronomie bisher sowenig beachtete Ansicht der physischen Beschaffenheit des Son-nenkörpcrs hat viel < Aehnlichkeit mit den jetzt herrschendenMeinungen.
Die Sonnenflecken selbst, wie ich früher in den Ge-schichtS-Epochen der physischen Weltanschauung^entwickelt, sind nicht von Galilei, Scheiner oder Harriot,sondern von Johann Fabricius, dem Ostfriesen, zuerst gesehenund in gedruckten Schriften beschrieben worden. Sowohl derEntdecker als auch Galilei, wie dessen Brief an den principeCesi (vom 25 Mai 1612) beweist, wußten, daß die Fleckendem Sonnenkörper selbst angehören; aber 10 und 20 Jahrespäter behaupteten fast zugleich ein Canonicus von Sarlat,Jean Tarde, und ein belgischer Jesuit, daß die SonnenfleckcnDurchgänge kleiner Planeten wären. Der Eine nannte sie8iüers ljordonig, der Andere Liciers ^ustrises. ^ Scheinerbediente sich zuerst bei Sonnen-Beobachtungen der, schon 70Jahre früher von Apian (Bienewitz) im Astronomie umOuesareum vorgeschlagenen, auch von belgischen Pilotenlängst gebrauchten, blauen und grünen Blendgläser derenRichtgebrauch viel zu Galilei's Erblindung beigetragen hat.
Die bestimmteste Aeußerung über die Nothwendigkeit derAnnahme einer dunklen Sonnenkugel, welche von einer Licht-hülle (Photosphäre) umgeben sei, finde ich, durch wirklicheBeobachtung, nach Entdeckung der Sonnenfleckcn, hervorge-rufen, zuerst bei dem großen Dominicus Cassini " etwa umdas Jahr 1671. Nach ihm ist die Sonnenscheibe, die wirsehen, „ein Licht-Ocean, welcher den festen und dunkele:? Kernder Sonne umgiebt; gewaltsame Bewegungen (Aufwallungen),die in der Lichthülle vorgehen, lassen uns von Zeit zu Zeit