Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
313
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Die historische Entwicklung unserer gegenwärtigen Kennt-niß von den Nebelflecken lehrt, daß hier, wie fast überall inder Geschichte des Naturwissens, dieselben entgegengesetzten Mei-nungen , welche jetzt noch zahlreiche Anhänger haben, vor langerZeit, doch mit schwächeren Gründen, vertheidigt wurden. Seitdem allgemeinen Gebrauch des Fernrohrs sehen wir Galilei,DominicuS Cassini und den scharfsinnigen John Michell alleNebelflecke als ferne Sternhaufen betrachten: während Hallcy,Derham, Lacaille, Kant und Lambert die Eristenz sternloserNebelmassen behaupteten. Kepler (wie vor der Anwendungdes telescopischen Sehens Thcho de Brahe) war ein eifrigerAnhänger der Theorie der Sternbildung aus kosmischem Nebel,aus verdichtetem, zusammengeballtem Himmelsdunste. Erglaubte: eaeli materism toinimsimam (der Nebel, Welcherin der Milchstraße mit mildem Sternlicht leuchte), in unumglollum eonckensatgm, stellom ellmZöro; er gründete seineMeinung nicht auf den Vcrdichtungs-Proceß, der in begrenz-ten rundlichen Nebelflecken vorgehe (diese waren ihm unbe-kannt), sondern auf das plötzliche Auflodern neuer Sterne amRande der Milchstraße.

Wie die Geschichte der Doppelsterne, so beginnt auchdie der Nebelslecke, wenn man das Hauptaugenmerk aufdie Zahl der aufgefundenen Objecte, auf die Gründlichkeit ihrertelescopischen Untersuchung und die Verallgemeinerung derAnsichten richtet, mit William Herschel. Bis zu ihm(Messier's verdienstvolle Bemühungen eingerechnet) waren inbeiden Hemisphären nur 120 unaufgelöste Nebelflecke der Po-sition nach bekannt; und 1780 veröffentlichte bereits der großeAstronom von Slough ein erstes Verzeichnis«, das deren1000 enthielt. Schon früher habe ich in diesem Werke