Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
152
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was die praktische Astronomie bisher geleistet hatte, selbstdie fleißigen Firstern-Beobachtungen des Landgrafen Wil-helms IV zu Cassel. Tycho 'S Catalog, von Kepler bearbeitetund herausgegeben, enthält doch wieder nur 1009 Sterne,worunter höchstens ^ sechster Größe. Dieses Verzeichnis;und das weniger gebrauchte des Hevelius, mit 1564 Orts-bestimmungen für das Jahr 1669, sind die letzten, welche(wegen der eigensinnigen Abneigung des Danziger Astro-nomen gegen die Anwendung der Fernröhre zu Messungen)mit dem unbewaffneten Auge angestellt wurden.

Diese Verbindung deö Fernrohrs mit den Meßinstru-menten, das tcleseopische Sehen und Messen, bot endlich dieMöglichkeit von Ortsbestimmung der Sterne unter der 6tcnGröße (besonders zwischen der 7ten und 12ten) dar. DieAstronomen wurden nun erst dem eigentlichen Besitz derFirst er nw elt näher gebracht. Zählungen und Orts-bestimmungen der schwächeren, telescopischen Sterne habenaber nicht etwa bloß den Vortheil gewährt, durch Erwei-terung des Horizonts der Beobachtung mehr von dem Inhaltdes Weltraumes erkennbar zu machen; sie haben auch, wasnoch wichtiger ist, mittelbar einen wesentlichen Einfluß aufdie Kenntniß deö Weltgebäudes und seiner Gestaltung,auf die Entdeckung neuer Planeten, auf die schnellere Be-stimmung ihrer Bahnen ausgeübt. Als Wilhelm Hörschelden glücklichen Gedanken hatte gleichsam daö Senkblei indie Tiefen des Himmels zu werfen und in seinen Stern-Aichungen^ die Sterne zu zählen, welche nach verschie-denen Abständen von der Milchstraße durch das Gesichts-feld seines großen Teleseopes gingen; wurde das Gesetz dermit der Nähe der Milchstraße zunehmenden Sternemnenge