Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

23

empirischen Gesetzen aus der Theorie der Massen-An-ziehung oder Gravitation darbietet.

Zu derselben Zeit aber, in der Newton schon erkannthatte, daß alle Bewegungen der Weltkörper Folgen einerund derselben Kraft seien, hielt er die Gravitation selbstnicht, wie Kant, für eine Grundkraft der Materie^; sondernentweder für abgeleitet von einer, ihm noch unbekannten,höheren Kraft, oder für Folge einesUmschwunges desAethers, welcher den Weltraum erfüllt, und in den Zwischen-räumen der Massentheilchcn dünner ist, nach außen aberan Dichtigkeit zunimmt." Die letztere Ansicht ist umständ-lich in einem Briefe an Robert Boyle ^ (vom 28 Febr.1678) entwickelt, welcher mit den Worten endigt:ich suchein dem Acther die Ursach der Gravitation". Acht Jahrespäter, wie man aus einem Schreiben an Halley ersteht, gabNewton diese Hypothese des dünneren und dichteren AetherSgänzlich auf. ^ Besonders ausfallend ist es, daß er neunJahre vor seinem Tode, 1717, in der so überaus kurzenVorrede zu der zweiten Auflage seiner Optik es für nöthighielt bestiimm zu erklären, daß er die Gravitation keines-weges für eine Grundkraft der Materie sesgontial proport^ak bockies) haltet während Gilbert schon 1600 den Mag-netismus für eine aller Materie inwohncnde Kraft ansah.So schwankend war der tiefsinnigste, immer der Erfahrungzugewandte Denker, Newton selbst, über dieletzte mecha-nische Ursach" aller Bewegung.

Es ist allerdings eine glänzende, des menschlichen Geisteswürdige Aufgabe, die ganze Naturlehre von den Gesetzen derSchwere an bis zu dem Bildungstriebe in den belebtenKörpern als ein organisches Ganzes aufzustellen; aber der