Theile entmischenden Geistes. Die weltordnende Verminstbeherrscht die continuirlich fortschreitende Welt-bildung, den Urquell aller Bewegung und so auch allerphysischen Erscheinungen. Durch die Annahme eines centri-sugalcn Umschwunges dessen Nachlassen, wie wirschon oben erwähnt, den Fall der Meteorsteine bewirkt, er-klärt AnaragoraS den scheinbaren (oft-westlichen) himmlischenKreislauf. Diese Hypothese bezeichnet den Ausgangspunktvon Wirbel-Theorien, welche mehr denn zweitausendJahre später durch DcScarteö, HuygcnS und Hooke einegroße kosmische Wichtigkeit erhielten. Ob deS KlazomenierSweltordnendcr Geist die Gottheit selbst oder pantheistischnur ein geistiges Princip alleö NaturkebenS bezeichnetbleibt diesem Werke fremd.
In einem grellen Contraste mit den beiden Abtheilungender ionischen Schule steht die, daö Universum ebenfalls um-fassende, mathematische Symbolik der Pythagoreer. DerBlick bleibt einseitig geheftet in der Welt sinnlich wahr-nehmbarer Naturerscheinungen auf das Gesetzliche in derGestaltung (den fünf Grundformen), auf die Begriffe vonZahlen, Maaß, Harmonie und Gegensätzen. Die Dingespiegeln sich in den Zahlen, welche gleichsam eine „nach-ahmende Darstellung" (/»su/Ms) von ihnen sind. Die gren-zenlose Wiederholbarkeit und Erhöhring der Zahlen ist derCharakter des Ewigen, der Unendlichkeit der Natur. DaSWesen der Dinge kann als Zahlenverhältnisse, ihre Ver-änderungen und Umbildungen können als Zahlen-Combina-tionen erkannt werden. Auch Plato'ö Physik enthält Ver-suche alle Wesenheit der Stoffe im Weltall und ihrer Vcr-wandlungsstufen auf körperliche Formen und diese auf die