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Die Sonne.
des Sonnenkörpers zu erklären, und hieraus, in Verbindung' mitder Lage des Sonnenäquators, die Aequatorcalabplattung zu be-stimmen. Aber die Versuche gaben kein wahrscheinliches Re-sultat. Noch jetzt ist man über die Ursache dieser periodischenAenderungen, wenn sie in der That existiren, gänzlich ungewiss.Die bemerkte Differenz des Horizontal- und Verticahlurchmessersder Sonne betreffend, suchte Delambre die Ursache dieserDifferenz in einer Vernachlässigung der Dicke des Horizontal-fadens im Passageninstrument. Allein v. Lindenau unternahmes, zu zeigen, dass diese Erklärung unwahrscheinlich undungenügend sei.
Die Akademie der Wissenschaften zu Petersburg fordertedaher schon im Jahre 1811 zur Einsendung von Preisschriften Iauf, enthaltend: die Bestimmung der genauesten Son-nen- und Mondhalbmesser durch Fernröhre undMikrometer, mit Berücksichtigung der Irradiation,so wie d i e E n t w i c k e I u n g und Erforschung ihrer 'wahren Grösse. Der Preis bestand in 100 holländ. Ducaten.Ob diese Preisfrage, gut beantwortet, belohnt worden ist, hatman nicht erfahren können. Indessen scheint, wenigstens wasden Sonnendurclnnesscr betrifft, die Sache nicht eher wieder [wesentlich vorgerückt zu sein, als im Jahr 1822.
Denn eines der interessantesten, beachtungswerthesten Re-sultate aus Encke’s vortrefflicher Arbeit über die Venusdurch-gänge von 1761 und 1769 ist eine neue Bestimmung des Son-nendurchmessers. Längst schon hatten manche Astronomeneine Irradiation des scheinbaren Mond- und Sonnenhalbmessersangenommen und besonders bei Finsternissen in Rechnung ge- !bracht, während andere die Irradiation, weil sie zum Theil aufnicht ganz sichern Beobachtungen zu beruhen schien, als etwas !noch Problematisches betrachteten. Wenn je eine optischeTäuschung oder ein, die Sonne scheinbar umgebender, .Strahlen-ring existirt, so müssten sich, wie Wu r ra meint, dessen Wir-kungen ganz besonders bei Venusdurchgängen und ringförmigenSonnenfinsternissen dem Auge erkennbar darstellen. Demnachmüsste sich beim Eintritt der Venus ein vorangehendes, blosscheinbares Anhängen am Sonnenrande von der wahren, aberspätem innern Berührung, so wie in der Bildung des Ringes