Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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Henne, Deine Hühnlein unter Deine Flügel versammelst, aufdaß sie frohlocken mit Herzens-Freude: Dich nicht schauend mitleiblichen Augen, aber geistig im Glauben erfassend, was Dugesprochen hast. Denn Du hast Deine Liebe empfohlen in uns,daß, da wir noch Sünder waren nach der Zeit, Du gestorbenbist für Alle; viel mehr also jetzt werden Diejenigen, welcheschon Deinen Namen tragen, Rechtfertigung erlangen durchDich in Deinem Blute und das ewige Leben. Stehend inder Mitte des von unzähligen Ungcwittern bewegten Meeresdieser Welt, wollest Du reden: der Friede sey mit euch! aufdaß sie ihre Finger hier einlegen, auszusprechen das Bekennt-niß jdes Glaubens und Deine segnenden Hände erkennen in dersakramentalischen Buße und Deine Seite schauen in der Gemein-schaft Deines allerheiligstcn Leibes und Blutes, Dich genießend,das Leben der Seelen, das Heilmittel wider die ererbte Sünd-haftigkeit, zur beständigen Gesundheit des Geistes und zur ewigenFreude. Wir wollen nicht ungläubig sepn, sondern gläubig, denBund der Einheit und Eintracht wieder erkennend und umfassendin diesem höchsten Unterpfande der Einheit, in diesem vollkom-mensten Bande der Liebe, in diesem allgemeinsten Spmbolum derEintracht.

Selig, die nicht sehen und doch glauben, und eingedenkDeiner so großen Majestät und Deiner so unaussprechlichen Liebe,der Du Deine theure Seele zum Preise für unser Heil und DeinFleisch uns gegeben hast zur Speise, Dein übersinnliches Brodschmecken, durch dessen Kraft gestärkt sie aus der kummervollenPilgerschaft dieses Lebens zu dem himmlischen Vaterlande gelan-gen, um dasselbe Brod der Engel, welches sie hier unter denheiligen Schleiern der Gestalten empfangen, dort ohne allenSchleier ewig zu genießen. Ja kummervoll ist diese Zeit unddieses Leben, wo wir oftmals nicht ertragen konnten die gesundeLehre, sondern nach unserm Gefallen uns Lehren wählten, dieden Ohren schmeicheln, und von der Wahrheit das Gehör ab-zogen und zu den Mährchen des Zeitgeistes und zu den Thor-heiten des Augenblicks uns wandten, Dich verlassend, die Quelledes lebendigen Wassers und Gruben der Leidenschaften grabend,verschleuderte Gruben, welche das Wasser des Lebens nicht be-wahren! O Eckstein des Heiles, welchen wir einst als bethörteBauleute verwarfen, laß uns Dein Tabernakel aufbauen helfen!