heutzutage, daß unser Leben, Kraft und Zukunft vornehmlichauf dem geistigen Gebiete liegt. Sollen wir diese Zukunft, dieseFortentwicklung unsers geistigen Lebens in jene Hände legen?Unmöglich. — Dieser Art sind ohne Zweifel die Hauptmotive zueinem Schritt gewesen, dessen Gewicht man sich wohl keineswegsverhehlt, den man aber bis aufs Aeußerstc durchzuführen ent-schlossen scheint. Hieran hat weder der Muth des Fanatismus,noch die Lust des Hasses Antheil. Von beiden findet man hierkeine Spur, wohl aber die ernste, feste Ueberzeugung, es müsseso seyn, weil es nicht anders sehn könne. Denn viel lieber ver-weilt ja der Blick eincy christlichen Politik auf dem schönen Bildevollkommen innern Friedens zwischen Staat und Kirche: beidesollen — in Freiheit getrennt, in göttlicher Berufspflicht vereint— neben, in einander bestehend, die Völker dem ewigen Zielezugcleiten. Kann nun der Weg zu diesem Ideal des Friedenswohl ein anderer seyn, als der Weg des Friedens?
Münster, ig. Jan. Man hat sich über das Schicksal desErzbischofs von Köln in der Art beruhigt,, daß der Hr. Ministexv. Altenstein in dem Ministerialschreiben an den Hrn.-Oberprä-sidcnten v. Bodelschwingh von der' in feinem, an da5 Metro-politankapitel zu Köln gerichteten Schreiben vom is. Nov. ILZ?geäußerten und bei ihm begründet gewesenen Vcrmuthung (daßsich dtr Erzbischöf von Köln rcvolutianärer oder demagogischerUmtriebe verdächtig gemacht habe), völlig abstrahirt, und in dieserHinsicht die Unschuld des Erzbischofs anerkannt zu haben scheint,wodurch denn so viele Artikel in den Zeitungen von allerlei Ver-bindungen des Erzbischofs von Köln init Belgien hinwcgfallen.Die Sache bleibt daher nur eine, kirchliche. ^
Die »Aschaffenburgcr Zeitung« theilte. kürzlich, »da sich nochimmer Zweifel über die Art und Weise erhoben hätten) wie dasMctropolitan-Kapitel zu Köln, nach der Wegsührung des HerrnErzbischofs, die Administration übernommen, habe und die Wahldes Herrn De. Hüsgcn zum Diözesan-Verweser vor sich gegan-gen sey,« die Eircularc, durch welche der Clerus der ErzdiözeseKöln von diesen! Vorgängen benachrichtigt wurde, in einer nichtganz wortgetreuen Uebersetzung mit, die aus jenem Blatte auchbereits in mehre andere Blätter übergegangen ist. Wir geben-nachstehend die beiden Erlasse im Original-Trrt nebst einer mög-ulichst treuen Uebersetzung. . . -. am
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