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Gern geben wir der Hoffnung Raum, daß die Stelle desgereizten Gefühls, welches in der Allokution sich kund gibt, vonder Weisheit wieder werde eingenommen werden, welche sonstden römischen Hof auszeichnet. — Oder sollte der Unheil brüten-den Partei, die ihren Altar mit freventlichem Eifer, wenn esnicht anders seyn kann, auch mit der Dcmüthigung oder gar mitdem Umstürze der Throne, zu erheben trachtet, welche das Wider-streben des Erzbischofs von Köln bis zum schlimmen Ausgangegenährt und gepflegt, und nun, da dieser Erfolg eingetreten, ihnfür ihre Zwecke, unerschöpflich in Lügen und Verläumdungen,ausbeutet, es auch noch gelingen, ihre verdüsternden Nebel vordas klare Auge des papstlichen Hofes zu ziehen? Wir wolleneiner solchen Besorgniß Schweigen gebieten.
Was aber auch die Zukunft bringen mag, mit Liebe undWohlwollen gegenüber fanatischem Hasse, aber auch umgürtetmit dem Schwerte, welches der Obrigkeit als Dienerinn Gottesanvertraut ist, eine Rächerinn zur Strafe über den, der Bösesthut, wird die königl. Regierung ihre Bahn fest und unverrücktverfolgen, mit zuversichtlichem Vertrauen auf ihr gutes Recht, aufdie Weisheit der Bischöfe, die Einsicht einer gebildeten Geistlich-keit und den verständigen Sinn eines treuen Volkes.
(gez.) v. Alteustein.
Berlin vom 5. Jan. »Gleich zu Ansang, sobald man dasKölner Ereigniß erfahren, hat sich die öffentliche Meinung hiereben so allgemein als entschieden erklärt. Keine Stimme desTadels gegen die Regierung wurde laut, höchstens des Bedauerns,daß der im Privatleben so achtbare Prälat am Ende unheilvollengeheimen Einflüssen als Werkzeug anHeim gefallen. Zu starkaber traf im klebrigen alle Stände und Klassen — vom Staats-mann abwärts durch die Mittelregionen bis in die Masse hinein —die Ueberzeugung, es sey mit dem Erzbischof nach dem seinerseitsbetretenen Wege endlich nicht mehr zu regieren möglich gewesen.Alle, die mit ihm verkehrt, bezeugten dies. Die Fabeln von sy-stematischer Verfolgung der katholischen Kirche in Preußen aberwerden hier, wo man die Sache in der Nähe sehen kann, natür-lich von keinem Menschen geglaubt. Indessen fragt es sich nochimmer: konnte man nicht etwa die administrativen Hindernisse,die der Erzbischof erregte, auf andere Weise umgehen, nicht dieEigenheiten des bejahrten Mannes bis an sein Ende tragen?