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reich ist, wie gesagt, das Gegentheil der Fall,junge Mädchen verharren hier so lange in klöster-licher Eingczogenheit, bis sie entweder Heirathenoder unter strengster Aufsicht einer Verwandtenin die Welt eingeführt werden. In der Welt,d. h. im französischen Salon, sitzen sie immerschweigend und wenig beachtet; denn es ist hierweder guter Ton noch klug, einem unverheira-theten Mädchen den Hof zu machen.
Das ist es. Wir Deutsche, wie unsere ger-manischen Nachbarn, wir huldigen mit unsererLiebe immer nur unverheiratheten Mädchen, undnur diese besingen unsere Poeten; bei den Fran-zosen hingegen ist nur die vcrhcirathcte Frauder Gegenstand der Liebe, im Leben wie in derKunst.
Ich habe so eben auf eine Thatsache hinge-wiesen, welche einer wesentlichen Verschiedenheitder deutschen Tragödie und der französischen zum