Moral, die nichts anders ist als die in die Sitteneingewachsene Religion, hat dadnrch alle ihreLebcnswurzeln verloren, und rankt jezt inißmuthigwelk an den dürren Stäben der Vernunft, dieman an die Stelle der Religion aufgepflanzt hat.Aber nicht einmal diese armselig wurzellose, nurauf Vernunft gestüzte Moral wird hier gehörigrespcktirt, und die Gesellschaft huldigt nur derConvcnienz, welche nichts Anderes ist als derSchein der Moral, die Verpflichtung einer sorg-fältigen Vermeidung alles Dessen, was einenöffentlichen Skandal hervorbringen kann; ich sage,einen öffentlichen, nicht einen heimlichen Skandal,denn alles Skandalöse, was nicht zur Erscheinungkommt, eristirt nicht für die Gesellschaft; sie be-straft die Sünde nur in Fällen, wo die Zungenallzulaut murmeln. Und selbst dann gibt esgnädige Milderungen. Die Sünderin wird nichtfrüher ganz verdammt, als bis der Ehegatte selbst
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4 (1840)
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194
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