wenig beachtet, und dort, besonders an Festtagen,und zumal in der Synagoge, suchten die Wei-ber so viel Kleiderpracht als möglich gegen ein-ander auszukramen, theils um sich beneiden zulassen, theils auch um den Wohlstand und dieCrcditfähigkeit ihrer Eheherrn darzuthun.
Während nun unten in der Synagoge dieGesetzabschnitte aus den Büchern Mösts vorge-lesen werden, pslcgt dort die Andacht etwas nach-zulassen. Mancher macht es sich bequem und setztsich nieder, flüstert auch wohl mit einem Nachbarüber weltliche Angelegenheiten, oder geht hinausauf den Hof, um frische Luft zu schöpfen. KleineKnaben nehmen sich unterdessen die Freyheit ihreMütter in der Wciberabtheilnng zu besuchen, undhier hat alsdann die Andacht wohl noch größereRückschritte gemacht: hier wird geplaudert, ge-nibbelt, gelacht, und, wie es überall geschieht,die jüngeren Frauen scherzen über die alten,
Heine'S Salon. IV. ö