Druckschrift 
4 (1840)
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

29

einmahl, daß Alles was ihr Mann ihr erzählt,kein bloßer Traum sey, und Ströme bittererThränen ergossen sich über ihre Wangen, diejetzt so weiß wie ihr Gewand. Da saß sie nunin der Mitte des Kahns, ein weinendes Marmor-bild; neben ihr saßen ihr Mann nnd der stilleWilhelm, welche emsig ruderten.

Sey es nun durch den einförmigen Ruder-schlag, oder durch das Schaukeln des Fahr-zeugs, oder durch den Duft jener Bergcsufcr,worauf die Freude wächst, immer geschieht es,daß auch der Bctrnbtcstc seltsam beruhigt wird,wenn er in der Frühlingsnacht, in einem leichtenKahne, leicht dahin fährt auf dem lieben, klarenRhcinstrom. Wahrlich, der alte, gutherzige VaterRhein kann's nicht leiden, wenn seine Kinderweinen; thränenstillend wiegt er sie auf seinentreuen Armen, und erzählt ihnen seine schönstenMährchen und verspricht ihnen seine goldigsten