Druckschrift 
1 (1849)
Entstehung
Seite
302
Einzelbild herunterladen
 

302

ihnen die beiden Krücken, Raum und Zeit,entfallen, dann sinken sie ins ewige Nichts.

Und der Traum? Warum fürchten wiruns vor dem Schlafengchn nicht weit mehrals vor dem Bcgrabcnwerdcn? Ist es nichtfurchtbar, daß der Leib eine ganze Nacht lci-chentodt sehn kann, während der Geist in unsdas bewegteste Leben führt, ein Leben mit allenSchrecknissen jener Scheidung, die wir ebenzwischen Leib und Geist gestiftet? Wenn einst,in der Zukunft, beide wieder in unserem Be-wußtsein vereinigt sind, dann gibt es vielleichtkeine Träume mehr, oder nur kranke Menschen,Menschen deren Harmonie gestört, werdenträumen. Nur leise und wenig träumten dieAlten; ein starker, gewaltiger Traum war beyihnen wie ein Ereigniß und wurde in die Ge-schichtsbücher eingetragen. Das rechte Träumenbeginnt erst beh den Juden, dem Volke desGeistes, und erreichte seine höchste Blüthe beyden Christen, dem Gcistervolk. Unsere Nach-kommen werden schaudern, wenn sie einst lesen,