Tlieorie.
641
umhin, mit Davy zu gestehen, dafs wir bis jetzt noch keineeinzige völlig genügende haben, und es vielleicht überhauptnoch zu frühe ist, ernstlich an eine solche zu denken, weil dieKenntnifs der Naturgesetze im Allgemeinen, und der zur Erklä-rung der elektromagnetischen Erscheinungen erforderlichen imBesondern noch zu sehr in ihrer Kindheit ist 1 , \ergl eicht manindefs die hier, so viel ich mir bewulst bin , mit gtöfster Un-parteilichkeit dargestellten Theorieert mit einander, so wird, wiemich dünkt, der Unbefangene der Vom Transversal mahnet is-mus den Vorzug zugestehen. Durch Transversalmagnete hatman die hauptsächlichsten Phänomene, welche der einfacheelektrische Leituiigsdraht darbietet, am vollständigsten nachge-bildet, und liefse sich die analoge Beschaffenheit beider mitSicherheit nachweisen , so würde man den Elektromagnetismusals einen Zweig der allgemeinen magnetischen Erscheinungendiesen anreihen können. Dabei bleibt aber die Frage noch zuerörtern, wie viele Pole oder Paare von Polen im Umfangedes elektrischen Leiters anzunehmen sind? Die Beantwortungdieser Frage, wozu mir Poiil’s oben (111. C. IS) erwähnter Ap-parat vorzüglich geeignet scheint, liegt vor der Hand nochscheinbar sehr weit entfernt, um so mehr als die angestellte Un-tersuchung ergeben hat, dafs weder zwei noch eine beliebiggrofse Menge der Aufgabe ein Genüge leisten. Wann und obüberhaupt man hierüber zur Gewifsheit gelangen werde, läistsich um so weniger bestimmen, wenn man berücksichtigt, dafsin einem so langen Zeiträume die Frage über das Vorhanden-seyn einer oder zweier Elektricitäten nicht zur definitiven Ent-scheidung gebracht werden konnte. Ist es mir indefs erlaubt,einige Hypothesen aufzustellen, nachdem ich den Gegenstandnach allen seinen Seiten in der vorstehenden Abhandlung genauprüfen mufste, so sind dieses folgende.
Wer sich mit gegründeter Hoffnung eines glücklichen Er-folgs diesen Untersuchungen widmen will, der nmfs vor allenDingen die individuelle Wirkungsart der Elektricität und desMagnetismus, welche in diesen Erscheinungen auf eine so höchsträthselhafte Weise verschlungen sind, scharf ins Auge fassen.Hiernach scheint es mir, als ob die Annahme der Existenz fe-
1 Wrgl. Davy in Phil. Trans. 1824. 1. Ann. of Phil. 1824. Jan.p. 22. Schweigg. J. XL. 332.
III. Bd. c