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Ebbe und Fiuth.
von Sonne und Mond ebenso entstehen mag, wie die gewöhnlicheFiuth durch den Blond allein oder vorzüglich hervorgebrachtwird. Dafs auch beim Vollmonde die Fiuth höher ist, muls of-fenbar aus eben den Gründen erklärt werden, von welchem diezweite Fiuth, da der Blond unter dem Horizonte ist, abhängt.
5. Endlich bemerkt man noch eine Ungleichheit in denFluthen, je nachdem der Blond in seiner Erdnähe oder Erdferneist, indem bei sonst gleichen Umständen die Fluthen zur Zeitder Erdnähe höher sind, bei der Erdferne geringer. Aus die-sem Grunde sind die Springiluthen am höchsten, wenn Neu-mond undErdnähe des Blondes oder Vollmond undErdnähe desBlondes Zusammentreffen, und die Nippfluthen sind am gering-sten, wenn das Blondesviertel mit der Erdferne zusammen trifft.
6. Diese Erscheinungen, über deren genauere UmständeimEinzelnen vieljährige und genaue Beobachtungen noch meh-rere Bestimmungen ergeben, sind hier so beschrieben, wie siebei stillem Wetter eintreten und wie sie sich als der allgemeineGang der Erscheinungen dem ungelehrten aber aufmerksamenBeobachter zeigen. Stürme bringen so grofse Verschiedenheitenhervor, dafs durch sie die Flutlien hoch und gefährlich werdenkönnen, selbst wenn sie nach den übrigen Umständen unbe-deutend seyn sollten, wie wir in der Folge sehen werden.
Auch für das Steigen und Sinken jeder einzelnen Fiuth läfstsich, obgleich auch da Winde und zufällige Umstände Aende-rungen hervorbringen, eine Hegel angeben, die für das offeneBleer sehr nahe richtig ist. Lai*lace 1 drückt sie so aus: Wirwollen uns einen verticalen Kreis denken, dessen Umfang so inStunden und Blinuten getheilt ist, dafs der ganze Umfang dieZeit einer ganzen Fiuth und Ebbe darstelle; hat dann derDurch-messer die Gröfse der ganzen Fluthhöhe, und zählt man dieTheile des Umfangs vom tiefsten Puncte an, so schneidet jededurch einen Theilungspunct des Umfangs gezogne horizontaleLinie auf dem Vertical-Durchmesser die Flöhe ab, bis zu wel-cher das Wasser gestiegen ist, wenn die bis zu jenem Umfangs-puncte gezählten Stunden und Blinuten seit der tiefsten Ebbeverflossen sind. Nach diesem Gesetze, wo die Höhen sichwie die Sinus vers. der Zeiten verhalten, würde also, wennman die ganze Zeit des Wachsens auf 6 Stunden 12 Blinuten
1 Exposil. du syst, du moude. Livre. 4. chap. 10.