Druckschrift 
2 (1861)
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

heiteren, durch die Kunst verschönerten Gebildeder griechischen Mythologie, die mit der römi-schen Civilisazion im Süden herrschte, Hot mnujedoch nicht so leicht in häßliche, schauerlicheSatanslarven verwandeln können, wie die ger-manischen Göttcrgcstaltcn, woran freilich keinbesonderer Kunstsinn gemodelt hatte, und dieschon vorher so mißmüthig und trübe waren,wie der Norden selbst. Daher hat sich bei Euch,in Frankreich, kein so finsterschrccktiches Teufcls-thum bilden können, wie bei uns, und dasGeister- und Znuberwescn selber erhielt bei Eucheine heitere Gestalt. Wie schön, klar und farben-reich sind Eure Volkssagen in Vcrglcichung mitden nnsrigen, diesen Mißgeburten, die ans Blutund Nebel bestehen und uns so grau und grau-sam angrinsen. Unsere mittelalterlichen Dichter,indem sie meistens Stoffe wählten, die Ihr, inder Bretagne und in der Normandie, entwederersonnen oder zuerst behandelt habt, verliehenihren Werken vielleicht absichtlich, so viel alsmöglich von jenem heiter altfranzösischcn Geiste.