Druckschrift 
Die romantische Schule
Entstehung
Seite
162
Einzelbild herunterladen
 

162

früheren Schriften die Hoftäthc als Typus derLächerlichkeit beständig pcrsifflirt hatte, er selberwurde jetzt königlich sächsischer Hoftath. Derliebe Gott ist doch immer noch ein größerer Iro-niker als Herr Ticck.

Es ist jetzt ein sonderbares Mißverhältnis; ein-getreten zwischen dem Verstände und der Phan-tasie dieses Schriftstellers. Jener, der TieckscheVerstand ist ein honetter, nüchterner Spießbürger,der dem Nützlichkeitsspstcm huldigt und nichtsvon Schwärmern) wissen will; jene aber, dieTiecksche Phantasie, ist noch immer das ritter-liche Fraucnbild mit den wehenden Federn aufdem Barett, mit dem Falken auf der Faust.Diese beiden führen eine kuriose Ehe, und es istmanchmal betrübsam zu schauen, wie das armehochadlige Weib dem trockenen bürgerlichen Gat-ten in seiner Wirthschaft, oder gar in seinemKäseladen bchülflich sepn soll. Manchmal aber,des Nachts, wenn der Herr Gemahl, mit seiner