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christlich; denn, wenn die heilige Poesie auchausschließlich das jüdische Volk, welches für dasallein heilige galt, und dessen Geschichte, welcheallein die heilige hieß, die Helden des alten undneuen Testamentes, die Legende, kurz die Kirchebesang, so spiegelte sich doch in der profanenPoesie das ganze damalige Leben mit allen sei-nen christlichen Anschauungen und Bestrebungen.Die Blüthe der heiligen Dichtkunst im deutschenMittelalter ist vielleicht „Barlaam und Josa-phat," ein Gedicht worin die Lehre von der Ab-ncgazion, von der Enthaltsamkeit, von der Ent-sagung, von der Vcrschmähung aller weltlichenHerrlichkeit am konsequentesten ausgesprochen wor-den. Hicrnächst mochte ich den „Lobgesang aufden heiligen Anno" für das Beste der heiligenGattung halten. Aber dieses letztere Gedichtgreift schon weit hinaus in's Weltliche. Es un-terscheidet sich überhaupt von den crsteren wieetwa ein byzantinisches Heiligenbild von einem