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Des Europäischen Herolds vierdte Haupt-Handlung
freye Staaten/Florentz/Pisa undSiena/un-Rer seine boemaßigkeit gebracht/ solches er-hellet aus folgendem berichte. Und zwar soviel die erste und Haupt-stadt la bell» xwren-abelanget/so hatte sie theils aus Kayserlicher con-cellion, theils eigenmächtig/ und weil die Kay-sere nicht mehr pflegten in Italien aufalles sogenaue acht zu haben/viel freyheiten an sich ge-zvgen/zumahl die Constitution des Magistrats sichzugeeignet/welches aber viel innerliche unruhenverursachet: Denn es waren unterschiedlichegrosse familien/ welche einander continuirlichmit «Mutationen occupirten. In dem krieg/wel-chen Nasser Carl V wider pabst Clemen-ten vil führete / hatte sich Florentz also compor-eiret/daß der Kayser Ursache nahm / nach erfolg-tem frieden mit der armee vor die stadt zu rückenund sie zur raison zu bringen» Welches auchA-iszc) geschehen/und darausmjt ihr als einemconyuckirten orte/der seine fteyheit Verlohren/gehandelt worden» Denn der Kayser okstinir-te den gantzen Staat nach eigenem belieben/setzte obgedachter Massen Herydg Alexandertt«iebteäicesjnden principst ein/schriebe ihmei-ne gewisse maße des regiments für / und begna-digte im übrigen die widerspenstige stadt andersnicht/als mit bedingung/ daß sie sich forthindem Reich und ihrem vorgesetzten Fürstengehorsam und getreu/nach an der neuen re-gLments-verfassung/erweisett soltez ittmassettbeym Paul jovio der hierüber aufgerichtetecels mit mehrern besagt» Nun lebte zwar derHertzog nicht eben so regul-sest/ sondern exten-«lirte die ihm verliehene macht ausserhalb derihm gesetzten schrancken/ welches auch zwischendem Regenten und dem Senat und bürgerschassknicht wenig Widerwillen und schwürigkeit ab-gäbe. Es getrauet/ sich aber niemand der ka-tzen die schelle anzuhangen/und etwas öffentlichzu ahnden wegen der nahen alliantz/ die derHertzog mit den» Kayser hatte/ biß hernach Lau-rentius 6eb4e6icesiobangeregter maffen/ den bö-sen Fürsten aus dem wege geraumen Hier-durchschiene die stadt wieder zur vorigen ftey-heit etlicher maffen versetzet zu seyn / indem auchdie Herren Acht und Viertziger den Fürsteneolmumzur succeMon berieffen/und bey wah-render vacantz so wohl/als auch eine zeitlang Heydessen annoch zartem alter/ die alte fteyheit ver-schiedentlich exerciret. Es curirte aber der»abev btfe-neue^eclicuzHertzog^osmo den allzuweit umSM. sich fressenden krebs des unbändigen volcks zuFlorentz mit dem recept, welches der fürtreffli-che Staats-mann Kornelius T'scitus aufdetn er-sten blat seiner sahr-bücher hinterlassen. Dennda wurden diekalstioncsdesStro^i, Valerii undanderer dem Fürsten-Staat feindseliger leute/durch des henckers Hand getilget/ dem Lollegioder Acht und Wertziger mehr nicht als ein maustimulacrulu keipubl. ein blosser schatten der al-ten freyheit/gelassen; und zwar die art der 2ppe!<latiouen an die sonst gewöhnliche Ober-gerichte/deßgleichen die ämter der zwölff Kollegien / dersechs procuratoren / der achtstraökcorum. derOKcialen bey denen montibus pietatis oder leih-hausern/ der Camerlingen/ und anderer mehr/d;m nahmen nach erhalten/die gewalt und au-toktät aber derselben zohe der Hertzog allmäh-lich m sich / verfügte bey dem kriegs-Llwund
alliantz-wesen/ Verwahrung der stadt und soweiter/eigenen gesallens/ und nahm eine deut-sche garde an/ welche ihn bey Hofe und in derstadt begleitete. Den Adel und die mächti-gern hat man durch caresten und geschencke ausdie seite gebracht/zu Pisa/ und in andern grossenund kleinen zum Floreminischen Staat gehöri-gen städten hatten die Obrigkeiten mit ihremeigennutz alles in Unordnung gesetzt / darum er-gaben sie sich desto eher dem strincipst. Diegemeine bürgerschafft zu Florentz hatte bey de-nen vorigen trennungen des Adels auch keineseide gesponnen/sondern offtmahls an lebens-mittelnnoth leiden müssen/und accommockrtesich nun desto eher / je weniger unruhe und ande-res ungemach sie unter einem Oberhaupte zu ge-wütten vermuthete. Zur befestigung die-ses frincipats dienere das kluge lubstäium stomi-Nation^ indem Hertzog eolmv seinem ältestenHerrn sohn/^ertzSg Frtttttzett/ bey seinen leb-zeiten die völlige astminittration des Fürsten-thums mit grosser solettnität/ in gegenwartsei-nerRache und allerMagistrats-personen/ Über-gabe/ und sich nur den titul und würde vorbe-hielt.
Oes Staats sU Sietta ist bochaedackterMi-s..^
angeführet worden/ nach ausgestandener bela-gerung diese mächtige stadt AusssRapfeeCarls v trvuppen ergeben/ und mit gehorsamund unterthänigkeit des heil. Nöm. Reichs ver-wandt machen/nach der Hand aber/ daß derKayser die ober-gewalt derselben seinemHerrn söhn/ Rönig Philippen ll in Spani-en/ als eitstReichs-lehn übergeben/ geschehenlassen müssen» Bey diesem hatte der Her-tzog eine summe geldes/ welches er bey vori-ger tonquestirungRapserCarln vorgeschossen/zu fordern / und begehrte entweder die bezah-lung/ oder abtMung der landfchafft stiombi-oo» Inzwischen begab sich/daß Spanienvorhatte/ durch den vucaäe /UKa mit,demPabste wegen cestirung der stadt Siena zuhandeln/ dabey ersähe der Hertzog seine gele-gettheit/ ließ Spanien durch H. Ludwigenvon Toledo/ des Medicäischen Hauses eonst-cleuten/ mit dem Pabste «mbra^iren/ und vor-stellen/ wenn dem stuhle zu Rom dieser Staatüberlassen werden solte/ würde der-PabstlicheHof so viel an macht zunehmen/ daß Spanienund Florentz eine böse nachbarschafft zu ge-warten hatten. Indessen ließ der Hertzog zuRom kpatgiren/er sey der Spanischen leerenVertröstung müde/ müste sein cüpital wiederhaben / und wolle mit Frankreich zu dem en-de sich alliiren. Dieweil nun der König inSpanien dieses vor ernst hielte/ und ihm nichtverborgen war / was wohl und wehe seinemStaat in Italien von des Hertzogs ft-eund-oder feinbschafft zuwachsen könte/ da zumahlder glückselige Frantzöische General/ vuc 6«örisssc, in dem Staat von Meyland große pro-grellen machte/ und der Hertzog von Guiftin Spanien/ darinnen es auch schlecht stunde/mit einer armee eingebrochen war / resolvireeer sich demnach dem Hertzoge diesen Staat zuüberlassen/und sich Mehr nicht als dielehns-herxligkeit darbey vorzubehalten.
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