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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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718
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Des Europäischen Herolds vierdte Haupt-Handlung

falls über Insul Corsiea meister gemachethatte/ und sehr mächtig auf der Mittelländi-schen see war/ allwo sie sich mit ausrüstungvieler schiffe und galeren formidabel mache-5e/ so wurde sie doch A. 139^ durch ^sohan-xzew Laleacinm Visconti zu Meyland/ UMdie freyheit gebracht/biß sie endlich gar A.?4Os unter das schwere joch der Florentiner ge-T'ieth. Nach der zeit wurde sie durch beyhülffeCarls Vlil, K.in Franckreich/ als derselbe diebekandte «xpettttion wider dasKönigreichNea-polis vornahm/A. 1454 in ihre vorige freyheitgesetzet; welche sie aber A. 1509/ nachdem sieeine langwierige bloquade und äußerste Hun-gers- nothausgestanden/ wieder verlohr/ undvon neuemunter der Florentiner botmaßigkeitkam.

So viel die stadt Siena anlanget/ ist sel-bige über Zoo jähr vor Christi geburt von den<3sllis Lenombus erbauet/und nach ihrem nah-men Sena oder Senä genennet worden.Nach dem großen Interregna hat sie zwar diefreyheit erlanget; iedoch haben sich/wie in an-dern Jtaliänischen frey-städten geschehen/im-mer einige familien/ absonderlich aber die vonklgktelia und ?etruT?i,gefunden/welche nachder Monarchischen regierung gestrebet. Zuletztwurde diese Republique A> is47 und A. -555^ von K.Carl Vgedemüthiget/und die stadt mitSpanischer garnison beleget. Dieser Kayserübergab A.lss6 bey niederlegung des zeptersdas Sienische gebiere stinem söhne K.PhilippU; weil aber Losmus l,Hertzog zu Florentz eineansehnliche summe gelves bey Kayser Carlnv zu fordern hatte/ trat ihm K.Philipp n dieselandschafft zu tilgung der väterlichen schuldenjnlolutumab/aus furcht/ esmögte sich dersel-be fonsten zum nachtheil der Monarchie Spa-nien auff die Frantzöische feite schlagen.

Diese samilia kleäicez hat von vielen Lecu-Aiterthum ^ ber in der stadt Florentz in großem ansehndes gt- gestanden/ und durch die kauffmannschafftstattlichen reichthum erworben; wie denn schon^ zur zeit Rayser Ludwigs aus Bayern derL^lvettcr ^lecttces zum Lon5a!oniere oder pa-ner-Herrn der stadt verordnet/ und ihmesoviel gswalt zugeleget worden/daß er auch da-rüber grosse feindschafft und den tod ausstehenmüssen/ indem ihn A. 1378 ein auffrührischerhandwe:cksmann erschlagen hatzinmaßen dennauch gemeiniglich der privat-Personen allzu-großer reichthum einer sreyen stadt gefährlichzu seyn pfleget. Aus einer andern linie ist et-wa 6c> jähr hernach ein Mediceer nahmensLosmus^ollanms äe^teäicis 1 eines vornehmenRaths - Herrn söhn / abermal zum stadt - regi-mentgekommen/ und hat sich bey dem volck ingroßenrespect gesetzt/ daß ihn die Adels-par-teydeßhalber hefftig angefeindet/und wegenbeschuldigter Unterdrückung gemeiner freyheitA.I43Z/ oder wie andere wollen/A. 1423 ausder stadt getrieben/worzutt.eingjäus/z.!bl^tt.u-

«iolplluz?stru^>i dttcolaus Larttobori, und ?alla

8tro?2i das meiste geholffen hatten. Aus wel-chem exiko er aber jahrs hernach zurückgeruffen/ und von ihme das stadtwesendermaßen wohl sllmiiMnret worden/ daß manihm den nahmen des Gpoßen uyd eines Va-

ters des Vaterlandes gegeben. Dessensöhn und Nachfolger im regiment?etrus i^e-ckces hat von A.I464 an seinen Staat und ge-walt auch löblich moderiret/ und sich mehrbürger-als Fürstliä) gehalten; muste aber den-noch erfahren/ daß als er seines Vaters schuld-foderungen bey der bürgerschaft eintreiben wol«te/ sich eine gefährliche conipiration wider ihnhervor that / welche noch in zeiten entdecketwurde. Dieser war ein vater Herrn LorenzoundHerrn Giuliam/welche bey allminittrationdes regiments sehr viel lobes / zugleich aberauch ihrer zunehmenden prXemmeutz wegenviel feinde erworben. Unter diesen war diePazzianische partey / welche im tumult denHerrn Giulianum beym gottesdienst hinge-richtet hat. Der von seinen bey dieser mallesempfangenen wunden überlebende Herr bru-der griff zur räche/ und führte dieselbe mitsolchem successhinaus/ daß er hernach zumFürstenthmn über die stadt sich den grund Fürstc?üb<xgeleget. Ihme luccettirte sein Herr sbhnMentz,Printz Peter A. 1492/ welcher ein böser Sta-tist war/ und durch seine eigenwillige regierungsich iedermans haß zugezogen/iedoch endlich soviel mit schaden gelernet/ daß er zu entkommungder lebens-gefahr sich freywillig aus der stadtFlorentz mimet/welches der pöbel zur gefehr-degeschehen zu seyn ausgedeutet/ und ihndeß-wegen zum feinde des Vaterlandes/ auch seingantzes geschlecht der regierung unfähig er-kläret hat. Er setzte auch die Republique ingroße gefahr/ indem er die Frantzostn/alssieNeapolis conquestiren wollen / anfänglichaus sicherheit verachtete/ nachmahls aber durchihre ankunfft erschrecket/ ihnen mehr verstatte-te/ als sie suchten. Indessen schritte der Adelund bürgerschafft wieder zur vorigen freyheit/und erhielte sich bey derselben so lange/ biß un?ter faveur Rönigs Ferdinand? in Casttlien/bevorab aber l.gurenui zweyten sohnes qokan-M5, welcher nachmahls unter den Päbstenden nahmen Leonis X geführet/ das hauß cls^eäiees sich wieder einsetzete/ welches A. 1512geschehen. Des verjagten Petri/ welcher alsGeneral der Frantzojen im fluß Lur-AlianoA. isOz ermmcken/ Herr söhn war Hr. ^.0-rcnzo/ welchen itztgedachter pabst X femVetter mit dem Hertzogthum Urbino beliehenhat/ welches er doch nicht behauptet. Er starbA. C-1519 / und hinterließ von Magdalcnen/

Graf Johannis von Auvergne und Boulognetochter / eine Princeßin nahmens Caohari-I^äM

na»??/Rönigs Henrich Ii in Franckreich Ge-nm. '

mahlin/welche in Franckreich so viel lermensgemacht. Hiernechst verließ er auch einen un-achten söhn Alexander?? / welchen KaystrCarl v dem PabstClementi vn,einem auch un-ehlichen söhne aus dem Hause ^eäiees zu beson-dern gefallen/wieder in das Fürstenthum Flo-rentz rettituirct/undzum stetswährenden Gu-bernatoren des Reichs/undZu?n Heryogevon Floreny verordnet/ auch ihme nach derHand seine mit stau Margarethen vsn Lettin,einerFlamischenAdelichenDame/in der jugendA.?s22 erzeugete natürliche tochter / auch Mar-garetha genannt/vermählet hat. WelchesHey der stadt Florentz/ so biß anhero unter fahr-

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