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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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716
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Des Europäischen .Herolds vierdle Haupt -Handlung

decken können/ in guter verftändnjß lebe.Mit diesen letztern stunden die vorigen Herlzogeingenauem^bündniß/und war verabrede!/ daß/im fall die Schweitzer in krieg vermittelt/ ihnender Hertzog 6oo reuter und niehr nah bedürff-niß zu hülffe schicken; hingegen/wenr der Her-tzog krieg hätte/ihm die Schweitzer 6coc) mannzu fuß zukommen lassen solten. Alem/dienachgehends erregte zwistigkeiten wezen derstadt Genff haben die alte freundschaft ziem-lich aufgehoben. Vor allen dingen hat er mitFranckrcich die angefangene alliantz zu mbrvi.ren/ und nicht ursach zu einigem Widerwillen zugeben. Denn diese Crem kan Savoyenwohl und wehe thun. Gleichwol muß die-se partey also gehalten werden/ daßFranck-reichs macht nicht allzusehr anwachse / und derKayseriiche hofnicht ckvgu>retwird;zumahl dadie Montferratische beleihung und andere wich-tige fachen ihre verlangte richtigkeit noch nichthaben.

desH?rtzogs vor anspräche der Hertzog von Sa-

ju SWvymwsyen auf andere Königreiche und lande lurmi-re/ist bereits im vorigen durch veranlassung destituls und wapens in etwas berühret worden.Uber dieselbe machet er auch Prätention (i)aufdas Königreich Portugal! und dcstcn äe-xenäentien/weil nach abste?benK.HeinüchS vonPortugal! niemand näher war als dessenschwestern/ lsabels, ^ays. Carls V Gemahlinund eine mutter Philippi tl in Spanien/und kearrix, H.Carls III in Savoyen Ge-mahlin /eine mutter Herzog Emanue! phi-liberts. Ob nun wohl Jsabella'chie altereschwester war/ so lebte sie doch nicht mehr^ undkunte demnach Philipps vor Emanuel Phili-berten kein grösser recht zuwachsen/ sondern siestunden beyde in gleichem grad / und hätte alsoPortugal! unrer sie sollen getheilet werden. Ge-setzt aber/ daß der ältesten schwester und ihrenvetcenäsmen das Königreich unzertheilet ge-bührete / so war doch simsten noch eine grosseerbschafft an unschätzbaren meuvlcn und klei-nodien/ingleichen an den in Africa/ Arabien/Jndien/w. gemachten conqueten vorhanden /wovon der jüngsten schwester pottergät nichtciuszuschliessn/sondern zur gemeinen theilungzuzulassen. Wie denn auch Spanien durchden mit Portugal! eingegangenen frie-densschluß und renunciation seines rechtes demHoch-Fürst!. Hause Savoyen nichts verschen-cken mögen.

(2) Nimmet er die Spanischeu Nieder-lande in anspruch. Denn Philippi u inSpanien tochterCatharina hattezum Ge-mahl H.CarlnEmanueln in Savoyen /undmit ihm ViÄor und dessen geschwi-

ster gezeuget. Als nun der König und nachihm die Ertz - Hertzogin Llara Isabetla Lnzeniaverstorben/hatten ihrer vsllbürtigen schwestersöhne in den Spanischen Niederlanden lucce-cliren/und ihrer Fr. mutter halb-bruder/ R.Philippen m.ausschliesten sollen; anerwogendie Stamm öelFica eine altere schwester auch inlehn-gütern vor dem jüngern halb - bruder zu-lassen/ welches aber dieprXpotentz der Spani-schen macht verhindert.

(z) Fodert er von Spanien das heyraths-gttt/ welches iegt - gemeldter Infancin

Catharina versprochen worden / und in

sOOOOv feudi bestandenoder wie SeZLt'nuswill/ in 6c-OOO ducaten jährlicher remen ausdem Herl-ogchum Moyland/ und 8L>Oovon derstadt Neapel zu erheben/ deren auszahlung In-gen grossen geid-mangelö / worinnen Spaniendamahlsgestecket/nicht erfolget / und noch diestunde rückstellig ist; wiewol vorm jähre verlau-ten wollen/ daß der König in Franckrcich sichinsmittelgeleget/ und solteJhreKömgl.hoheitim Meylandifchen die zahlung bekommem Esist aber an dem eüsck solches Versprechens fast zuzweiffeln.

(4) Auf das HertzogthuinMeylandruh-

ret die prTtenlion daher z weil Johann (Zslea-cius sfoitia ohne kinder verstorben / hätte seinleiblicher Vetter / H. Carl Johann Amadeusvon Savoyen / mit exclution ImäoviLt ölortiXjhm succeäiren sollenz unerachtet nun solchesnicht geschehen/ist doch sein recht aufseine Nach-folger verstummet. > . .

(s) Das Hertzogthutn LretgZne aber schei-net um des willen S. Königl.Hoheit zuzustehen/theils weil dieselbe von mehr erwehnterprtncej-stnCathaxina/die^cinrlLum!l 2^. in Iranck-reich/ eilten enckcl ^.nnX von Bretagne/ zumGroß-vatergehabt/abstamnien;theils weil sievon princeßmMargaretha/einer schwestergedachten viemrici Ii, entsprungen sind.

Die rcllgion/so im lande pr^äominixet/ istR^M-die ^.oniisch-Catholische/welcher auch derHertzog/ der Hof und alle Große ergeben sind.

Die so genanntenN)aldenser und Hugenot-ten wurden zwar ehemahls tolerixet/ doch abernicht ohne harten zwang und last derer/ so sichdarzu bekenneten.Seither aber /daFranckreichdiese religio» ausgerottet/ hat Savoyen der-gleichen zu thun angefangen/ und derselbenverwandte mit ftuer und schwerd verfolget/undhat man die Lucerner-thal-leute/darunter der-malen über lsOvQ wehrhaffte leute gewesen/unddie sich hiebevo? der gantzenSavoyischen niacht/die von Päpstlichen/ Spanis. und Frantzäis.trouppen t<!conäirtgewesen/widcrsttzet/ A. 1686binnen drey tagen überwunden / und den restnach und nach in die Schweitz vertrieben.Ob auch schon der Hertzog/als ihm Nach-mühls die Frantzöische macht auf den hals ge-riet!)/ wohljahe/ was er an diesen tapfern!eu-ten vcrlohren/ und sie dannenhero A. 1694 völ-lig wieder zurück rieff; so ließ er sich dvch A.1698 vonFranckreich abermahl verleiten/daßer die Frantzöische ftüchtlinge / die sich zu denWaldenjern gesellet hatten / an der zahl 2850seelen zwunge / sich nach der Schweitz undanderwerts hin zu retiriren/ nur damit demheiligen eiser des allerchristl. Königs ein Genü-ge geleistet würde.

Die kirchen-verfafsung betreffend/so beste-Kirchen,het dieselbe vornehmlich auffden Heyden Ery-Bischöffen zu Turin undTarantaise/ undeilffVischosfen/ wovon die zu Iurea/ Mon-dovi undFoßano des ersten MtlraZanci sind;derzuAosta nebst dem von Syon im Walli-ser - land des andern ; der zu Nizza hin-gegen unter des Ertz - Äischoffs zu Embrunim Delphinatz die zu ^nnec/ und tNaurien--ne unter des Ertz^Bischoffs zuViennez dieznZllba/Asti und Vercelli unter des Ertz-Bi-

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