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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds vierdte Haupt-Handlung

lin Cacharina erkauffte es A.1Z59 ihr Vetter/)lmadcus der Grüne/dessen nach-enckel aber/vorgcdachter Gr« Jacobus / gab durch seinemit den Schweitzern A. 1475 unnöthig ange-fangenen Handel anlaß/ daß diese ein chei! da-von abzwacketen/ biß es endlich A. 1536 unterHertzogCarl U!demCantonBern/ welchersich der Gensser annähme/ gantz undgar unter-würffig worden; inmassen A. i>6z ein solchervergleich beliebet wurde/daß der Canton Berndie Herrschaften <7cx,'iMvnon und i'ernier anden Hertzog abtreten / dieser aber die religionallda ungekräncket lassen / und sich aller ansprä-che auf die von jenem occuMe landsthafftWaat und herrschafften Nevis / oder^on,Thun/ einüon und Neuenstadt begeben solte.Derceii und C^uiers haben sich Zur ff Ay-mon sreywillig unterworfen / weil sie sich beyihren kleinett Frey-Staaten nicht schützen kön-nen ; dergleichen die stadte Niella und Lunsoan Attindeum den Grünen auch gethan. DieGraflchastt <7c>con3s hat Hertzog CarlEmanuel seinem Hause zuerst erworden.

Diezwey wichtigsten sxiomQtz desVieari-ats und Königreichs/ welche nun folgen/ wer-den vielleicht um deswillen allen andern titulnnachgebet/damit die gantze titulatur mit ei-nem desto prächtigem Nachdruck sich 'endigenReichs, Di' möge. Und zwar so hat dasVlc des

c«rist m Reichs inItalien seinen Ursprung von ll^ap-Henrichen/ welcher vbberührter maßenSNNA. Fürst den Großen wegen seines

treuen verdiensts damit begnadiget/ RayserCarl tv hat es hernach 1556 zu Prag erwei-tert und bestätiget. Es ist aber diese Reichs-verwesung von dem effecte nicht/ daß cm Her-tzog in ansthkt derselben die lumma juraZmpeni ZU excrciren habe/ sintemahiie nick)tcompatibel,daß einer einViLZi-ius eines andem inseinem lande/ und auch desselben höchsteObng-reit seyn soll: So erstrecket es sich auch nichtüber gantz Italien / sondern nur auff einen ge-wissen strich landes/welcher inRapser CarlsV Ölplombe äs anno 1521 den Z MayundderNachgehends anderweit erfolgten veclarationund bestätlgung äs2NN0I5Z0,desgleichen derKSNOVLÜON äs Znnoisss nahmentlich und ei-gentlich beschrieben / und bey dem lämnXo zulesen ist. Morzu tapfer Ferdinand IIA.i6z2) besage der neuen conkrmatian, diejenigenstadte / flecken und örter/ welche krafft des zuRegensburg A. i6zc)den iz Octobr.zwischenKayftrl. Majest. und der Cron Franckreich ge-schlossen friedens/ und darauf weiter aufge-richteter neben-NecessvdemHertzoge zuSavoy-en zukonunen/ geschlagen/ und ihme alles ge-rechtsam / was die Römische Kayser und Köni-ge daran haben/übergeben/und unter dasGeneral - Reichs-Vicariat gezogen wordensind. Krafft dessen dann ein Herzog ZuSavoyen berechtiget iff/ von allen unterfein Vicarme gehörigen Ertz-und Bischöf-fen/Aebten/ Prälaten/ Ordens-leuten/ undandern Fürsten/ Grafen/ Herren/Adel undUnadel/welche in denen äi«csl'en und darzu ge-hörigen städten und platzen wohnen / die Hul-digung und pflichten / wormit sie der Kay-serlichen Majest. und dem H. R. Reiche ihrerweltlichen lchn-güter halber verwandt sind/

und die sie von deroftlben tragen/ als an stattNapserlicher Majestät und des Reichsausss-und anzunehmen/ und sichpr^üsnäsprsessren zu lassen. Desgleichen die ZppeÜZ.tivnes ZU der audienn undHeryoglichen tri-bunal in civii-und crinnnal-jachen anzu-nehmen/ und an statt der Aayserl. Maj.und des Reichs darinnen zu sprechen/ disexecutlones darauf zu thun/ item die reiM-tutivne^ zu ertheilen / nicht weniger dieRayscrlichen Regalien Zu exerciren/ und an-ders mehr zu verrichten/ welches ein Römi-scher Kayser oder König in person thun undverrichten würde :c. Maßen ihme dann voneinigen das hohe Kayserliche keisrvar, Marg-grafen/Grafen/ Freiherren und AdeUcu-tezu crciren/ beygeleget wird.

Das exercitium dieses Kayserlichen und Wird vvaReichs-Vicariatsund Generalats in Italienhat der Hertzog zu Mamua zur zeit des lntsr-gen/reZm A. 16)7 und 58 in streit gezogen/ und sichdesselben angeln aßet. Das ChurfürsttichodollsAium aber hat solches unterfangen sn-nulllret/und haben die jetzige Kayserliche Maj.

in deroWahbLapuul2t!on^rt.iv versprochen/^ddurck

dis Hertzoge von Savoyen bey ihren Privileg:-en zu stchützen/ welches auch in der Capitula-befMa.tion Sr. Rom. Königlichen Majest. wiederho-let worden.

Die berechtigungaufdas Königreich LI-pern rühret aus der zwischen Herzog Lud-wigen zu Savsren und der KöniglichenPrinceßin in Cypern Annen A. 14Z2 vollzoge-uen eh-alliantz her: wiewohl nicht dieser Her-tzog/ sondern erst sein Herr söhn Herzog Lud-wig durch seine Gemahlin / Rönig Janiil in Cppern tochter/ der Princeßin Char-!otte/A. 1459 König Hieselbst worden. Weildiese ehe niit leibes-ftüchten nicht gesegnet/ ver-machte die Königin Charlotte ihres Gemahlsbrudcrs söhne/Hertzog Carln Zu Savoxen/ihr recht am Königreiche/ welcher auch A. 1488den titnl Rönig inCgpern/ Jerusalem undArmenien angenommen / und deßhalber cmden Sultan in Egypten behörige notibLuüvnergehen lassen. Dieser aber hatte der Königinunächten bruder Jacoben/ehemahls Bischoffzu Nicobsn, unter dem bedinge/ daß er demSultan allezeit tributbar seyn wolle/ eingese-tzet. Und der neue König Jacob üsbiUrteseinen Staat durch eine Staats-tochter derRepubl. Venedig/Catharinen Lorn^z da-hero als er A. 1470 todes verfahren/ und dieseGemahlin schwanger hinterlassen/ die Repü-blique sich der Insul in vormundschafft ange-maßet/ auch mach der Hand/als der polRumusJacob genannt A. 1475 gestorben/und dieKönigin die Insul und dero recht dem Rathszu Venedig gcschencket/ in die 90 jähre diesel-be beherrschet/biß endlich die Türcken A. 157OMeister davon worden/und noch biß dato ver-blieben sind. Dergestalt daß den Hertzogcnvon Savoyen nichts als der Königl. titu! unddie geschlossene Königl. Crone im wapen übriggeblieben. Indessen bedienen sie sich gleich-wohl nicht des tituls von Majestät/ sondernnur von Römgl.hoheit/ dcßen ViNor^mZäsus1 A. i6zz sich zu erst anmaßete/und seine befug-niß darzu durch ein zu Turin gedrucktes buch:

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