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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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701
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von dem Fürstenthume des Pabstes.

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Geistliche

verbunden/alle fteytage der predigt eines Do-minicaner - Mönches beyzuwohnen/ welchesaber ihrer seits mit der grösten kaltsinnigkeitund stetigen plaudern und räuspern geschiehet;wiewol die wirri unterdessen befthiichet seyn/mit grossen stocken durch die kirche zu gehen/ umdie schlaffendett aufzuwecken Zwey Geistli-chen aber zeichnen die nahmen der abwesendenauf/um selbige zu bestraffen.

Die cepemoniett zu Rom sind sonderlich<crM0llieli . Wann der Pabst die korta Santa anS.^ ' Peters-kirchen im jubel-jahrausthut/ wenn etin seiner capelle/ zumahl auf Lichtmeße/ amPalm - sonntage/ Montage/ donnerstage/ selbstsäminittriret/ kirchen-mess'n singet / canouiliret/^catlkret/ neUeCardinale macht/ die messe inGriechisch in der Griechen Seminario aufs festLpipbanlX und S^t^snasu tag singen lasset/ dieJuden-tausse und dergleichen/ von denen mitmehterm oben gemeldet worden. Die pro-cs8lionc5 und solennitaten der pompeusen geist-lichen aufzüge sind: Die geißelung in der hei-ligen Woche/diegrosse proceßion von 8. Marcel-lusOratoriozu St.Peters-kircheäuf den Mon-tag und donnerstag im heiligen jähre/ die Spa-nische proceßion in Piazza Navona aufmOster-tage morgends im heiligen jähre. Dieproceßion vott der Zitelle auf Marientag/ dieproceßion der Priester im Orawrio auf fastenabends dienstag den sieben kirchen mit mehrdenn 6000 Personen/ die sie alle in ein offen seidführen/ und jedem nachfolget ein paar harteeyer/ein stück l'Mgia oder bratwurst mit brodund wem geben»

Die weltlichen ceremoniett sind die Ovales-6en des Pabsts und derCardittale; die Spani-sche cavalcacle auffSt. Peters-abend/ wenn derftckel mit golde prselentiret wird; ingleichettdie aufzüge der andern Abgesandten / wenn siedie odeälentz leisten / oder sonst zur ersten audi-entz gelassen/ und in öffentlicheMLonsMorio aus-genommen werden. Die Oiranänta und feucr-wcrck auffS-Peters-abend; die spiele und lu-stige aufzüge zur Fastnachts-zeit/ daraufviel ko-sten gewendet werden/ u. d.M.

Von denen in den Pabstl. landen bestndli-chen Uttiversttäten sind folgende berühmt:Die zu Rom/ welche vom Pabst Kuxemo ivA. i4Z2 erneuert/und heutiges tages in veMOol-legio, la Sapiensgenannt/etabliret worden. EsistdiestlbeMicht allein mit Z6pro5elloribu8 mal-len sacultäten/ sondern auch mit einer berühm-ten bibliothec versehen / detett sich jedermaN zttseinen nutzen und vergnügen bedienen kan/undist der keökor darvon allezeit einer von den ge-lehrtesten Prälaten. Die zu LoloZna richtetenach etlicher meynuNg Kayser ^Keoclosms derjüngere A. 42z oder 447 auff/ nachmahls wurdesie von Kayser Carln demGrossenA .79v wiederin flor gebracht / und von Pabstn A.1460mit neuen freyhetten begnadiget. Insonder-heit ist sie zu ^om5 zeiten so im beruffgewesen/daß sich allein von Stuckolis juris 10000 alldasollen aufgehalten haben/und rechnet man/ daßvormahls auf besoldungett der prokessorum40000 eronen verwendet worden. Die zu^er-rara/welche Kays.Friedrich II A.1221 gestifftet/und Pabst Lonikacius VIIl couittmiret/ wiewohleinige solche stifftung Albrechten/ Marggraffen

Weltlichesolennitä-'ttn.

Vnivtrsitä-ten.

zu Ferrara/zuschreiben/und selbige in das jährizw sttzen. Die zu Perugia hat schon A.^swegen der rechtsgelahrtheit eine ziemliche 6-e-^uentz gehabt/ und ist von Pabst Llsmcnte v bes-ser angerichtet worden. Die zu Macercr«?hat ihren Ursprung Pabst kauloinzu dancken/ist aber anietzo sehr eiNgattgen. Die zuÄvigNdu istA. izoz vott Pabst öonilacio Vit!gestifftet worden.

. Ausser diesen hohen schulen/ sind auch viel Academle»so genannte Academien oder gelehrte gesell- oder gelehrteschafften/ deren endzweckaufexcolirung der^'^^'Lateinschen undZtalianischen sprache/und Poe-sie/ oder anderer ssecnlarivischen wissenschafftenmeistentheils gerichtet/ in dem Kirchen - StaateNtstanden/und zwar

Au Rom: (1) Die hMsi,welche zu anfan-ge des siebenzehnden leLuli von kriclerico Oell»

Fürsten von s.^nZelo, zu ausübung der Uikorla:naturalis gestifftet / UNO ihnen ein in porphyr-stein gegrabener luchs zum wapen ertheiletwurde. (2) ttnmorill^ welche auf einer Ade-lichen Hochzeit des l.vremo kiancini ihren an-sang genommen/ indem einige artige lcute mitsonneten und andern galanten gemüths- kurtz-weilen das frauenziminer bedienet / und daherden nahmen belssMimori bekommen; welchesdann zu einer gesellschafft/ und zuviel schönenklugen und künstlichen ersindungen anlaßgege-ben. . Ihr sinnbild ist eine aus dem meer in diehöhe steigende wolcke/welche sich wieder m einenregen ergießt/Mit der beyschrifft: Keäit agmms. 6uici. (z) Die Academie in dem?3la?20 ä' äj.fonlv (ZvnTZgä. (4) Die Academie im palatlc»

/z.pdlio!ico. (s) I kantattici. (6) (Zk Infeeun-

6i, deren Svcietät A.i6sd im Dratorio Pf. Larna-bitammi zu 8»Lsrto äe^atinatl geNÜNNt/ MiOtetwurde/und hat selbige zum sinnbildeden auf ei-nen unfruchtbaren acker herunter fallendenschnee mit der erklarung t (ZermMabit. (7)

Intrecciatl i welche joleplium LarpanuMU.V. und frokessorem des LoilsAii Sapienti^A. 164^ zu ihren Urheber bekommen. W 5parMenIci. (9) I eottAreZati, deren Vorsatz isteinldianumiiterat'iumzu schreiben/ gestaltdenn0Uch A.l66s il Liornale cli vott ihnen pu-bliciret worden. ^ (IS) Die Academie des Kö-niges in Franckreich. (iy Die Academie derKönigin Ehristina. (12) Die Societas^.itiiemoticagvelche der vsr etlichen jähren ver-storbene lobarmes ciampirli aufgerichtet, (iz)Ll'^rcacil,vott welä)er schon viele colomcn inandern stadten Italiens entsprungen.

Att Viterbo sind die Ollinati ; zu ?etUZia gl'inserilati ; zu Spoleto ZI' Ottuli; zu kabris i vilu-ttiti; zu bäacetata i Oatenati ; zu ketmokröntatt; zU ^ncona i OaliAmolz; zu Urbino^lloräitt ; zu LuZubo imHertzogthUM Urbino ^/^cläormentattj zu kmo i 8LorvpolIi ,wie auch i?er5evetanti ; zu korli in der landschafft Koma-Ana i kuletßiti ; zu kimini ßk ^.6aAtati ; zu OelensA? Oilu5cati; zu Kavenna Ap lulormi , so danNi ZN Lccitati, Und i Ooncorcllweren sinnbildin verschiedenen bey einander liegenden musi-ealischen instrumenten bestehet mit den beywor-ten: Vox omnibus una. Ihr absehen ist dieJtalianische und Lateinische poesie zu excoüren.

Au ?aen2a i kiloponi ; zu kerrars ßl' Intrepiäi,

welche eine buchdrucker-preße zum sinnbilde er-Ttt t z wehlet