« / ^ '
70 c>
Des Europäischen Herolds vicrdte Haupt-Handlung
den jolten / erklaret. Allein das absehen istdoch nicht erreichet worden / sondern vielmehrdie zu vertieffung des Hasens aufgewandtengrossen Unkosten vergebens gewesen. Indes-sen könten doch mehr angeregte Pabst!. Pro-vintzien/ wegen ihrer fürtrefflichen ftuchtbarkeitund Überflusses an allen brauchbaren dingen /weit höher genutzet/und der schätz weiter berei-chert werden/ wann ein weltlicher Potentat die-selben besitzen und regieren solte. Allein dieheiligen väter haben sich derselben dißsalls sosonderlich nicht angenommen/ dernipotismo'hat den eigennutz/ welcher allenWaht - König-reichen undFürstenthumern gemeiniglich bey-wohnet / eingeführet/und verursachet/ daß derdichter des buchs/ xipotismo 6, stom? genannt/hiervon folg.' nde gedancken führet:
Man habe den Bäuchen-Staat mit ei-net durch feinde« Hand eroberten stadc zuvergleichen/welche/well Mansie lange zttbehaupten nicht vermöchte/allenthalbenausgeplündert/ verheeret und zerrissen/das kostbarste und beste hinweg genom-men/und der armen stadt neben den ästv-litten Häusern nur der bloße nähme unddie frerheit/ihr Unglück und Verheerungzu beweinen/ übrig gelassen würde«- Alsogienge es in diesen? Staat daher. Diedlipoti,wei! sievorattgen hätten/ daß mitdespabsts tdde Veroautoritär / diehoheChargen samme allen fürtresfstchei? nuy-barkeiten hinweg stürben/ und alles den?neuen pabste hingelassen werden müste/damit sie nicht mit leeren Händen davdttStengen/ beraubten die ihnen anvertrauteproviny undamt init solcher gierigkeit/daß es keine andere gestalt hatte/ als wäreeine Plünderung von? feind vorgegangen.Und dennoch müste das arme volck dabepstille sitzen/ ihr elend in einsamkeit bewei-nen/und der vorigen Sta öthalter undVe-fehlshabere conäuite loben/ aus Ursachen/damit die neuankommenden es nicht nochschlimmer machten Und das volck gar auftfressen möchten. Welche hefftlge klage beyhöchsttöblicher regierunaPabsts lnnoceneü Xlziemlich nachgelassen/und denen gesummten un-terthanen im wercke gezeiget worden / wie derheilige vater mehr auf die gemeine Wohlfahrt/als die erhöhung feines Hauses bedache gewe-sen. .
Entschuldl- Die von einigen vorfahren amPabstlichenbey der politischen und «couumifchen all-Kirchen- Miniül-Ztwn des Kirchen - Staats begangeneEt-m» steter pflegt man sonst damit Zu entschuldi-gen / dieweil die Pabstliche Monarchie einegantz andere verfassung/aks alle andere Staa-ten in der welt hatte/ also deren macht und au-toritat durch weit andere mittel erhalten wer-den müste/ inmassen hievon oben anzeige gesche-hen : so fty es ohne noch sich um die zum Kirchen-Staat gehörige lande sosehr / und etwa mitHintansetzung des hauptwereks des srbnni inder gantzen Cathokifchck Christenheit anzu-nehmen/ denn das wäre das wenigste / welchesdemPabste in der Welt bey andern Potentzettdie angemaßte prseeminentz geben oder conler-'viren können. Inmassen derselbe auch ausserregsrä des offtbesagten Kirchen-Staats von
den grösten Monarchen der welt in aller ehrund venei-ation gehalten/von den geringern Po-tentzen aber angebetet würde.
Die religio!?/ welche in dem 8t2to llelk Lbie-ü, und sammtlichen Pabsts-landen im schwängegehet/ist/weltkündiger massen/die Römisch-Cutholische; von deren Haupt-lehren obenuntern? titul des Heid Rom. Reichs DeutscherNation kurtze anzeige geschehen. Die/so diestadt Ron? freczuentirtt haben / wissen von ih-rem GOTTes-dLcnste und andacht/ musicen/ccremonien/ po?np und pracht viel zu meiden.Man chgt zwar in gemein: Vaß u»?cer alle»Christen die Italiäner / und unter diesendie Römer die schlimsten und kaltsinnig.ste» wären. Daher denn auch zu Rom we-nig uncatholische catholisch werden/es ge-schehe denn aus politischen respecten; allein anausserlicher llevorion mangelt es gleichwohlnicht/ und ist dieselbe sonderlich groß an den or-ten/ W0 die guarsuce bore und liutisnes gehal«ten lverden. Denn das gantze jähr durch ge-hen die guarante bore von einer kirche zur an-dern durch gantz Rom. Man wird auch se-hen/daß jederzeit viel volck in den kirchen be-tet/allmosen gibt/predigten höret und derglei-chen andacht hat. Auf fest-tagen ziehen dieschönen musicen viel volck an sich/ welche in desPabsts eapellevonVocalitten am fümefflichstenzu hören/massen derselbe keine msmm?emal-music zu halten pfleget-
Die Griechen und Armenier/ivelche desPabsts lMit erkennen/haben in Rom gleich-falls ihre religions-übung/ maßen denn denenersten eine schöne kirche und besonderes eollcZi^um zustehet/ allwo sie nach ih:er eigenen manierUnd kirchm-agenäa messe und gottes-dienst hal-ten/und im lemmario die jugend unterrichten.Nichts desto wenigerbleiben sie in vielen glau-beNs-puncken auf ihrer n?eynung/ und obgleichI>eo in einem großen werck/welches
er cle LcclellX Orientslis 6c Occillentalis ^>er^>ctus
conienlio'ne geschrieben / die baxmome beyderkirchen zu beweisen sich angemaßet/Wirdesdoch von verstandigen vor einen betrüglichenfitniß gehakten. Auster diesen wohnen nochviel fremde Uttccktholische althier/und sind dieCalvimstm die vornehmsten ban^uirer»Wenn man sich nur selbst nicht verräch und
// ^ >,t.M
'S
DtereWo«
m, Kirchs
V ii>--
langet/so ist kein zweiffel/daß sich derselbennoch einige in geheim hier und da befinden-Hiernechst iverden auch die Juden/absonder-lich zu Rom/ geduldet/ und dörffen ihres got-tesdiensts in ihrer Lisseirs der M5ulX -piberiu«gelegenen/ durch thöt und maurett abgesonder-ten stadt/ und darinnen befindlichen ssnagogenPflegen. Vormahls wohnten sie unter denchristen/ biß ihnen Pabst Paulusav diesen ortanwiese/ und ihnen auferlegte/ ihre hüte mitfaffran - gelben zeuge zu überziehen/damit mattsie desto eher kennen möchte. Dieser Pabstgebot ihnen auch/daß/ so bald es ansänget dun-ckel zu werden/sie in ihren gasten bleiben müssen.Ferner legte er ihnen auf/ alle ihre guter zu ver-kauffen/und verbot ihnen alle Handlung/aussermit alten kleidern und haußrach. Es seyndderselben ungefehr Loso seelen/ und seynd sie
ver-
!Pi»l
mW. .
W^.!- > '
Mi
Mß.
777 NMA
^ ^«>.1 ''« « V
Übel vorslllM so Mb einem ver religio» hal- i», 7 - " '
ber nichts gefaZec. Was die Qvietiikenan- itzMr- ..... ? '
lttte-i
...' -t^..' ^ ^ .
'7> >
17
^D.77
"-^77 . 77