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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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699
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von dcm Fürstenthum des Pabstes.

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^cnlionez aus denen zum Kirchen - Staat gehö-rigen/ und dem Römischen stuhl zu lehn gehen-den landen/ die Nutzungen der ämter/ welcheder Pabst seiner geheimden kammer gleichemzum spielgelde vorbehalten/ die salpeter-undalaun-hütten/die taxa äl LavaNimolti, die koca-ttvnes ripX und dergleichen Verpachtungen / zu-samt denen übrigen nutzbaren Regalien undrechten/ tragen eine große summa geldes jähr-lich ein. Einige rechnen die gantze post des er-trags jahrlich aufi80OOO0 krönen. Andere aufzwo Millionen. Wieder andere auf 3591885/das ist /drey Millionen/ fünff hundert und einund neuntzig tausend/ acht hundert sünffundachtzig krönen / welche rechnung A. 1629 zuPabsts Urbant Vlil zeiten also hoch befundenworden.Seither nun/da dieHcrhogthümerUr-Kino, Olkro, und so viel andere ansehnliche ver-mannete ode: auch zum theil eingezogene lehngü-ter darzukomen/und deren intraden der Päbstl.tent-kammer incorpoiiret worden/hat voneinigen die summa aufvier Millionen krönengesctzet werden wollen. Welche einkommendenn verursachet/daß diePabste ihren Nipotiso große und mehr als Königliche schätze in vo-rigen zeiten zuwenden können/wiewohl sie auchsich und den kirchen-schätz offtmahls in solcheersthöpfung und mangel gesetzet haben / daßman den vorrath auf der Gngelsburg/wel-cher insgemein aufzwey Millionen feudi sich be-lauften soll/ angreiften müssen. WelchesPabst Urb.ino Vlti in dem Parmischen krie-ge A. 1642 wiederfahren. Wie austräglichsonst die Pabstliche würde sey/ wenn sie vongeitzigen lubje^ besessen wird/ ist daraus abzu-nehmen/ daß Pabst lc>Kanns8XXll25 Millio-nen krönen baar hinterlassen/ und als PaulusV seinen Vetter Lcipionem Lobkes? zum Hertzo-ge zu Simons machete/ verordnete er ihm eineinkommen jahrlich von 1000000 krönen.

Die pabftllche rent-kammer halt wö-chentlich zweymahl verssmmlung in demPäbstl. palast/ nemlich montags undsrey-tags/ worbey sich besindet der Lai^ms!? Lamer-lenZo ,der Lovernatore cli Xvma, als Vice - La-merlengv, der General-Schatz-meister/ der ^u-6itore ciella Lzmerz, der Presidente äellz La-rnera, der Advveat der armen / der^ävoca-tus?ilci,derGeneral-Fiscal von Rom/derKam-

Mer - Lommillarius, und 12 Lle^ici 6i Lamera.

Jhre gerichtbarkeit erstreckt sich über alles dasjenige/ was das kammer-interesse/ einkünffcedes Pabstlichen stuhls/wie auch derer rent-kammern der zum Kirchen - Staat gehörigerProvintzien/ kirchen-lehn/cautasssoü-.berech-nungen mit den beamten dcr müntze/ zölle/ im-posten/ u. d> m. betrifft. Diese Pabstlichekammer hat neun ^lotarivs, welche wiederumihre lublktutos und schreibet' haben. Den tagvor dem fest 8. ?etn werden alle gebührenvon dem kirchen-lehn in der kammer richtig ge-macht.

Der Carbi, Der Cardinal LamerlenZo erkennet UberÄas?"^die kammer-sachen unterweilen allein/meisten-theilsaber mit zuziehung derobgedachtenkam-mer-Llsricorum. Wenn er wegen des Pabst-lichen LonliNorii nicht in der kammer erscheinenkan/ so geschehen die exseäitiones zwar von denKammer-LKnciL, und werden auch von densel-Viepdtc Hnupx-Handlung.

MkWstt.

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ben unterschrieben; iedoch wird alles nur allemunter seinem nahmen pubticiret. So ergchenauch einige appellatione8 an ihn/welche die straftfen und brücken betreffen. Von seiner »moritatwährender keäi8vacan2 ist oben schon bericht ge-schehen.

Aus denen 12 Kammer- Lienen werden vierprefetti oder Vorsteher verordnet/nemlich überdie gefängniße/ straßen / getreyde und anderelebens-mitteü

Oer General.Schay-mejster hat die er-Der Gen?-kenntniß über die causaz spolü derer Priester undGeistlichen / unrechtmäßig genoßener fruchte/ ^'unbilliger handthierung u. d. m. Absonderlichaber ist er besorget/die kammer-intraden ein-zutreiben / und die dieser wegen ergangeneMandata mlu-miren zu lassen; wie er dennauch die rechnungen der bedienten undpachterdurchstehet. Dieses General-Schatzmeistcr-amt wird vor 70000 scudi verkauftet/ kan aberdargegen jährlich auf 10 biß 12000 feudi genu-tzct werden. Des /^uältore äclla Lamera amtist bereits oben beschrieben worden.

Der Aammer-prasidmt ist absonderlich Der Kam-bestellet/ der rsvilion aller rechnungen über die Am.einkünffte der kammer und des Apostolischenstuhls beyzuwohnen. Dieses amt wird vorZQOOO scudi erkauftet / und vennteressretsichsolches eapital mit7biß8 vom hundert.

Der Advocat derer armen muß allennothdürfftigen und elenden Personen ohneem-mc«.geld schreiben.

Der Hiscal-Advocae führet die rechts-sii-Der^ Mai-chen des tilciMelche iujure bestehen/vor allen tri- ^'bunalen. -

Der ^iscal-?roeurator aber thut dergleichenin sschen/so inlacko bestehen.

Der Aammer - Lommillariuz beobachtet Der Kam-das kammer-intercsse in civil-sachen/und durch-stehet nebst dem General - Schatzmeister diekanimer - einkünffte von den zöllen und accisen/sorget auch vor den preiß des getreydes undvor das müntz-wesen.

Die gewöhnliche ausgaben derlichen kammer bestehen auf den zinßbaren kaimAr. 'capitalien/ so privat- Personen aus denentibu8Vacakilibu5 und nc>N vacalzilib^, wie MNN

sie nennet/ bekommen; erhaltung der Pädst-lichen familia/ der Cardinale/ der Schwei-tzcr-und anderer garden/und garnisonen/demgrossen hof-und kriegs-Estat/und darzu gehöri-gen fast unzehlbaren diener / auf gesandschaff-tcn/ geschencken/ und anderen bey grüßen Höfenüblichen aufwendungen / welche von der ein-nähme so viel hinweg nehmen/ daß öfftersnuretwa ein paar tonnen goldes übrig geblieben;ja öffters hat es nicht zugelanget/ und dienoch an Hand gegeben / auf allerhand neueventione8, geld zu machen/ zu gedencken. Es bemhaben aber des Pabstlichen Staats in Jtalien si'^"^

kundige leute angcmercket/ daß nicht nur beyder rent-kammer eine sehr üble menage gesüh-ret/und viel ohne noch und nutzen durchbracht/fondern auch die aclmimNration der lande undPäbstlichen intraden sehr schlecht beobachtet/bevorab diecommercien/ fastgac nichts geach-tet werden. Man hat zwar zu aufbringungderselben A.1692 Livua Vecckia vor einen sreyenHandels-platz / wo alle religionen gedultet wer-Ttt t 2 Hey