696
DeöEuropäischenHerolds vierdte Haupt-Handlung
man sie nach des Pabststode verfolgen wolte/und hat durch glimpf und furcht sie dahin ge-bracht / daß sie ihr thun und lasten nach denSpanischen melures einrichten/ auch den Pabstzu dergleichen inclmation anleiten nnüssen. Hatman aber solches gar zu weit extencüren wollen/sind auch andere mittel/ nemlich durch Kanck-reich dieSpanische iusoleutz zu demüthigen/aus-gefunden worden. Wie sich aber bey itzigenconjunäturen der Pabst am ende comportirenwerde/ stehet zu erwarten. Wann Frank-reich in einen andern stand kommt/welches mitdem tode dieses itzigen Königs der apparentznach zu hoffen/ und Spanien seine eigene Mo-narchie führet/ dörffte es ziemlich wieder aufden alten fuß kommen; solte aber die combi-Nation bleiben / und Frankreich durch Spa-nien so excelliv machtig werden / so erfordertdas Römische interesse durchOesterreich/Engel-und Holland/wie auch dasTemfthe Reich es zuhindernzbiß zu einem solchen ausschlage aber ei-ne exa6ic Neutralität zu lmterhalren.Aufporttt-Aall relicÄirtt der Pabst so sehr nicht/daß erSpanien zum feinde damber machen solte.Da-her waren Urbanus viil und Alexander vi! ge-gen König Johannftn I V und dessen 8uccessmNso kaltsinnig/und wollen dessen Gesandten derandern gekrönten haupter Ambassadeurs nichtgleich tractiren/ungeachtet viele wichtige ratio-ne8, und unter andern auch dieses vorgestelltwurde/ es könte dem Päbstlichcn stuhl daher eingroß nachthei! erwachsen. Die PortugiesischeNation wäre ihrem Könige sehr ergeben undgetreue/könte dessen Verachtung damit revan-xiren/ daß sie sich/ nach dem exempel von Engel-iand/des stuhls obeäisntz entziehen / und ein ei-gen absolut kirchen - regiment aufrichten könte.Llus diesem Königreiche würden vor expeüitio-nes der Bullen und Gnaden-brevi / zur DatarisMd Secretaria äe Krevi, über fünsstonnen gvldesjährlich nach Rom geliefert / welches man auchdadurch verlieren könte zc. Diese harte Ver-weigerung/ und andere Spanien zu gefallengethane äesoblißstiones, muste dennoch Portu-gal! verschmertzcn ; gleichwie es auch bißherhat geschehen lassen müssen/daß/beysendung derz^lgiouarien nach China/ der Pabst so wenigaufPortugall retteHiret/hergegen Franckreichso viel nachgesehen. Bey gegenwärtigenHändeln wird der Pabst/so viel an ihme/fördern/daß Portugal! neutral bleibet/und nicht zulässet/daß Engel - und Holland meister von Cadisoder der Spanischen küsten werden/und die 6s-votion der so eiferig Catholischen zum anstoß se-tzen. Mit König Jacob U in Engellandkam der Pabstliche Hof wiederum zu grossemvernehmen/und ward von einigen ein wichti-ges ooncerto) welches dem Staat und der Ne-formkrten retigion im selbigen Königreiche vielVeränderung/ der Römischen Monarchie aberein starckes aufnehmen harte verursachen dörf-fen/vermuthet; allein diese Hoffnung zerschlugsich utwermmhet/ als der König aus dem landeweichen/und dem tapffern Printzen von Dra-men/ ^ilbelmo, den erledigten thron überlassenwüste. Die Nordischen Cremen asscirenden Pabst itziger zeit weiter nicht/ als daß erdurch andere Potentzen selbe in steter clisscleutzerhalte/ und wo nicht gar unter sich collickre/
docbzum wenigsten verhindere/daß sie nicht zumächtig werden/und etwa die alte Schwedi-schebriese/ in Teutschland Stisster einzuneh-men/ und dieselbigen hernach zu/eeulari Kren/finden mögen. Vor Polen trägt der PabstderTürcken halber sorge/ und kau nicht zuge-ben/soviel an ihmeist/ daßdieQttomannischePforte dieses Königreich verschlinge / weil dieBistthümer und geistliche beneficia in Partibusinüäelium dem stuhle zu Rom wenig eintragen/und dieses ist auch eine mit-ursache/ warum de?
Pabst der Crpn Polen m vorigen jähren mitgelde gehoWn. Dergleichen absehen ereignetsich bey denen kaiserlichen Erb-V.önigrei-che» und landen desto mehr/weil nach derenVerlust der Türcke dem Pabst näher zu halft rü-cket/ und so dann leicht aufJtalien potto fassenkan. Daher bey verwichenemTürcken-kriegedie Pabstliche geld-hülffe reichlich beygetragenworden. Bey denen Italianischen Staa-ten hat dcr Pabstzu vi^üren/ daß selbige inden schmücken ihrer macht bleiben/ und der frie-de inJtalien erhalten/auch darneben verhütetwerde/daß nicht ein grosser komme / der sie alleverschlinge/ und den Pabst hernach die esseNender neuen macht/ zu seines Staats Unterdrü-ckung/fühlen lasse.
Die special - Pl-Xtenlloue8 des pabjklichen Sostdnbaktstuhls bestehen auf dem clominio äü-eNo, der m/ldeö"'
hoheitund lehns-herrligkeitüberdieRö-^'bis u;
nigreiche Arragomen/ Sardinien/Engel-iand/Hungarn/portugaü/Gicilien/Iertt-salem und Irrland. Deren aber keine vondenen besitzern itztgedachter Königreiche gestan-den wird / wcßhalber sich auch hierbey nichtaufzuhalten. Was aber das KönigreichNapoli belanget/da ist nicht zu läugnen/ daß kDnMss?der König in Spanien dasielbige als ein lehn "5-vom Pabst erkennet/ und jährlich auf den S.Peters-abend einen weissen zelter mit rothemsammten ftute! und zeuge/ bcnebens einemrochen sammet-beute! mit 7000 gold-cronen/oder einen wechftl-zeddul aufeine solche sum-me/ante scLlaz l). ketri nach Rom liefern muß.
Allein es gehöret dieses alles moclum bsbe.«-6b und gestehet der König dem Pabst keinüo-Minium ä.i-eÄum oder obrigkeit und anstalten/fondern regieret absolute: Dahero es demCardmal Baromo übel gienge/der dem Pabstdie Hoheit zugeleget. Der Hertzog zu Parmapflegt jährlich auch eine peulion von ivooc?krönen zur lehns-reLvAmnon in die Apostolischekammer zu schicken» Auf das KönigreichBosnien soll der anspruch daher rühren / daßA. 1478 am2O Octobr. die Königin Catha-rina in Bosnien / weyland Hertzog Steffanstochter/ durch ein vor Notaricn und zeugenaufgerichtetes testoment/ weil ihre söhne/ undsonderlich König Thomas die Mahumetischefette angenommen/und sich also der erbschafftund folge dieses ihres erb-Kömgreichs/ daraussie durch gewalt und tyranney der TürckischenWaffen vertrieben war/ verlustig gemachet/ derRömischen kirchen und Apostolischem stuhle/Md Pabst 5ixto V) wie auch allen dessen cauo-nice erwehlten Nachfolgern solch Königreichverschaffet; doch also und mit dieftm iläe'-com.milft daß wenn ihre söhne oder deren kinderund nachkommen wieder zur christlichen leh-re
!«>
U ^
- tV
, F- . > ,
''' '
ff-
HAH
V' "
tWlW... . ' i.
- ' ' .
s-
DiijwtlLii . s..:
^>>1 ,
,5^ M. .
..i' . "
^
- >>
Ui>
7^
<5.
^.1 ' > . ^