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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dem Fürstenthume des Pabstes.

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donjun<^uren/ daß sich die Potentzen von Eu-ropa schwerlich resolviren oder vereinigen wer-den dem Pabsthum den hals zu brechen/undsich in die stücke zu theilen: denn nachdem es ab-kommen/ daß ein Kayser über die Alpen zeucht/so wird sich niemand unterfangen / den Pabstaus dem sattel zu heben. lind der Königjn Franckreich kan ihme nichts weiter als ^^non nehmen. Der Pabst weiß aber baldmittel es wieder zu erlangen / und schickt sichin hüf-undStaats - streiche sehr wohl. Dahe-ro geschähe es / daß als wnvcentiuz xn keineHoffnung hatte/daß seine meNiZtisn würbe an-genommen werden / er zum wenigsten den Her-tzog von Savoyen von der großen alliantze ab-zog. . .^

Mime» Als weltlicher Fürst führet der pabstÄn '?>w diese Staats-reguln : Und zwar gegen denMhums 'Rapser/ daß er allen fieißes verhüte/ damitMe'ii'en er nicht zu machtig in Italien werde/ und mitw wir. seiner arniee. zu weit komme / und die alten lan-de des Italianische« Reichs und Kaysirthumswieder zusammen bringe / welches/ wenn estzKeÄive geschehen solle/ dem Pabst wemg landübrig lassen würde. Kayser Carl v war zurzeit Pabst Clementis vii auf gutem wege/ undhatte fast gantz Italien zu feinet Devotion, denPabst aber selbst gesangen. So fern er nunsein vorhaben sKsQmret/und den alten Pabstauf dem eonciüo absetzen/ und einen neuen mitwenigerer gewalt erwehlen lassen/ hätte es aufden alten fuß kommen können. Bey dem itzi-gen kriege zwischen der Kays Majestmmd de-nen alliitten Ctonen Franckreich undSpanienhat der Pabst die zwar erwehlet;

weil aber in der ersten und zu ansang der an-deren eampagne die Kaysetlichen waffen gegenden feind ziemliche progreffen machten / mck.-Wrte er mehr vor Fanckreich/ und möchte liesder sehen/daß Moyland bey Spanien bleibt/und das hauß Bourbon es behauptet/ als wenndas hauß Oesterreich meister von seinem erbsstücke wird. Und ob wohl die gräntzen in demHertzogthum Ferrara etwas weniges gelitten/so hat doch kein kriegender theil quartier oderKontribution darmis noch zur zeit gezogen.Sonst hat man wohl angcmercket/ was maßendasPabstliche imerefsi nicht leide/daß die ProZtestirenden Stande vont Kayser unterdrucketwerden/ so wenig man gern gesehen/daß durch»den letzten Türckischen frieden das Crtz-HaußOesterreich so viel gewonncn.Hlermit stimmetüberein/ was vormahls der Feantzölsche^m-bIssacleurvon Roman seinen PrincipalenKö-uig?r!lNLtscum i schriebe; man würde nemlich zuRom liebet sehen/ der Türcke machte eine 6s-5cente in Italien/ als daß der Kayser wider dieFürsten in Teutschland glücklich wäre. Ge-gen Franckreich/ als vor dessen großen mächtund Universal - Monarchie dem Hofe ZURom am meisten grauet/ weil man ihn Hersnach auf ckl'cretion mittlren würde/ hat er sichwohl zu verwahren/die allzuhoch aufschwellen-de prXpotentz klüglich und verdeckter weise zuschwachen/und zu verhüten / daß solche Cronnicht weitern fuß in Italien setze. Die veransderung mit Casal ombr^irete vormahls denPabst allerdings/ gleichwie er auch/seinem in-teresse nach/ ungerne gesehen / daß der König

die Hugonotten so hart verfolget/ und so vieltausend sielen außm lande vertrieben / dieweit

innerliche kriege in Franckreich zu erregen/und6iver5ions5 zu machen/zu welchen zwar itzo/ dadieMalcontenten zienüich starck herum schwär-men/und man nicht weiß/ von welchem geldesie ihrett geheimen unterhalt nehmen / nähereappZrentz sich ereignet: welches auch von Un-garn in an sehung des Käufers zu verstehen/ all-wo das Pabstliche interesse wohl leidet/ daßdie Evangelischen nicht gantz und gar ausge-tilget/ Noch die Großen gantz unterdrucket wer-den. Pabst Clemens x schickte zwar dem Kö-nig in Franckreich zu dem krieg Wider die Hol-länder das geweihete schwerdt; als aber dertonquesten zu viel nach einander erfolgten/war er in nicht geringen sotgen/ und trachteteeiferlg/ wie die gantzliche Unterdrückung desvereinigten Staats zu hindern. Desgleichenist wohl zu glauben/daß der Römische Hof diej-euniones und asquiMMn der schönen Reichs-Provintzien liebet abgekehret als gefördert ge-sehen/man hat aber wegen des Regale Und son-sten mit Franckreich tsmpottliren müssen.Als denn der Pabst wegen det Gtasschaffe Ve-Uiü/und ^-vi^non, die der König nach belie-ben occupiren laßen kan/ auch ein äuge zudrü-cken nmß. Hergegen kan und wird der Pabstauch nicht zulassen / daß Franckreich gar zusehr geschwachet werde; daher hat man indem vorm Ryswickischen frieden hergehendenkriege diechohen Alliirten zn trennen/und dieserCrone bey denen Extremitäten lusst zu schaffen/allen fleiß und sorgfalt angewendet. Dennwann Franckreich schwach / und das hauß Oe-sterreich mächtiger würde/ wie würde man we-ger, der alten Hoheit und Provintzien in ItalienspreDn? und wie kranck wurde Pabst pauwsIii, als K.Carl v die Protestircnden geschlagen?was bot geschwinde rathWäge suchte ManHerfür/ Italien zu bedecken? bald riethe undtriebe man / die Waffen in Zngelland/ bald an-derswohin zu versitzen. Da aber dieses nichtanschlüge/beMühete Man sich um die Frantzöi-sche und Venerianische alliantz gegen den Kay>ser. Vor Spanien hat der Pabst hiebevotnoch mehr sorge gehabt: Denn solte es dazukommen seyn/ daß diese Cron die Universal-Monarchie erlangt/ und die kleinere Staaten

archat übrig blieben ftyn; daheto bestehet ei-ne alte grosse Staats-maxime darauf/ daß derPabst Spanien und Franckreich wol mit ein-ander balancire/uNd nicht unterlasse/ sie stets miteinander zusammen zu Hetzen und zu ocoupiren.Es haben kluge leute wahrgenommen / wannSpanien über Franckreich ein wenig emportt-ret/ daß der Pabst nach ihrer pfeiffe tantzen müs-sen/ so gar/ daß die Spanische kuckion zu Romauch dahin getrachtet/ einen Fränkisch-gesinn-ten nicht aufn PabstlichtN stuhl zu lassen. Manhat die nipoti und andere beym Pabste beliebteCardinäle und^iniMos durch stattliche5icmen/VsneliLien/chargen und reiche heyrathenzu ovliZiren gttvust/ oder auch selbige/ wenn sienicht wohl vor das Spanische interesse imen-tiomretgewesen/aussschärffste bedrohet/ wie

wem