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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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687
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von dem Fürffenchume bts PabsteS.

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Bertheidi-gulis des

^otisltti.

tzovernstors der Pabstlichen bürg. Von wel-chen chargen täglich ivoo cronen zu ziehenseyn sollen.

Aus denen Nipotiist seither Pabst UrbansVitt zeiten der Cardinal paärone oder Premier-^Zinittcr eines Pabsts - erwehlet worden.Auchpflegtdas LovernooderCastellanat vonL.^nAclo, darinnen der Päbstliche schätz 8ixn v,welcher krafft einer Bullen nicht eröffnet wer-den darff/wie nicht weniger die Päbstliche drey-fache Crone/das haupt-^rclliv und dergleichenverwahret sind/einem Nipote conkeriret zu wer-den.

Dieser kllpotiismo hat zwar mehrencheilsviel argerniß und schädliche e5e6ten nach sichgezogen/wird aber damit entschuldiget / daßdie natürliche Verbindung erfodere / daß eingrosser Herr seine bluts-steunde vor andern ker-sür ziehe/seine person (welche bcy bcschaffen-heitdesPäbstlichen pertorlZl-3xiom3N8 mehrerZefahr als ein Erb-Fürst unterworffen / indemder Erb-Fürsten tod durch ihre Nachfolger gera-chet zu werden pfleget) dadurch in desto mehreresicherheit zu setzen. Wie denn der Pabst sichvor gifft sosehr fürchtet/ daß auch der 5ncella-iw5 bey der communion von dem brod und wei-ne credentzen muß. Es soll auch der nipnUsmodazu dienen/ daß/weil sonst die Ministri beydem Wahl-Staat'viel ambition und Zeitz ver-üben/ einer den andern ausm sattel hebet / unddas publicum bey solchen k^jInons viel leibenmuß/ der dllpvti hergegcn wenig/ und also leich-ter zu ersattigen sind : auch nicht zulassen/ daßandere bedienten zu weit greiffen/weil doch al-ler haß aufsie fallet. Der Pabst könne hier-nechst das interesse der Fürsten durch die Nepo-tenviel besser/als durch bedienten/ erfahren/denn jene trügen mehr sorge vors regiment/ ausfurcht/ daß man sich an ihnen künfftig erhole/weßhalber sie auch einen und andern Potenta-ten obbZiren müssen / auf künfftige falle einenrückenhalt zu haben. Es diene auch dieses, zusecretirung der alZzireZ und äi segni. Ja eswürde sich auch der Pabst mehr an der Carbi-näle gutachten / welche doch ihrer clev^wnenund penllouen/ oder anderer respecten halbervor die Cronen sehr paMonirt sind / richten/ undvon ihnen mehr äepenckren müssen / wenn seineNipoten thäten.

Dessen allen aber ungeachtet hat Pabst In^nvcentiu5 Xt bald anfangs seiner regierungernstlich verboten / daß keiner seiner ver-wandten nach Rom kommen sollen/ weil erselbst ohne deren i^üuiüel-ium regieren wolle.Zu welchem ende er auch denenselben alle güterdes Hauses Oclelcslcbi cecliret und abgetretenhat. Dargegen dann der titul und amt desCardinals Patrone im Vaticano desto ehenderaufgehöret/zumahl der Cardinal Mierl zeit sei-ner aclminillration diesen titul sehr verhaßt ge-imacht. Nach der zeit hätten S.Heiligkeit de-po vettern l)on bivio OclelcIicbl Mit deM Lbara^6lere des (-rartc! (Zonkalionere clella Lbiöla, wel-ches durch den wd des letztern Hertzogs eeiarimvacant worden / beehren können/ haben aberden Prmtzctt l^mküo dazu erhoben.wÄmm vornehmsten familien zu Rom und itt^ttrchett/ dem Pabstlichen gebiete scynv folgende: Dieuckmi, welche vor die ansehnlichste gehalten

wird/und deren Haupt der erste Röm.Barottundprinyvondem pabstl.thronist. Die

zweige dieses stammes sind die Hertzoge vonLraccmno zu Rom/ welche Unter FrantzöischeeproteAion stehen ; die Hertzoge von Lmvina,und Fürsten von ^aäriccig, welche beyde linienim Königreich Neapvlis wohnen. Die in derInsul Lorlica wohnende Urstm sollen auch vondenen in Rom herstammen^

Das geschlecht Loloang ^ dessen häupt / ver-möge der von perämsnclo (König in Arrago-nien/ an von?abnüo gethanen begnadigung/jedesmahl Erb - <üonns^b!e des KönigreichsNeapolis/ heißet auch Baron vom ersten rangunter dem Römischen Adel/und Prinh von dem «thron ist. Dieses gefchlechte bestehet in denFürsten von LarbogNZNv und Lsl!3nel!v>Hertz0Sgen Von palllanc» und 'paZlisco^ Und HertzvgS

V0N8onninv.

82velli, dessen Haupt der Fürst von ^lbano^Erb-Marschall des Römischen volcks/und Erb-Oaräizn oder Erb - Marschall des Conclaveist.

Contichessett Haupt der Hertzog von Poll undQuaäZßnuolo, und Vorsteher der Pabstl. capelleist.

Die übrigen geschlechter aber sind: ^lclo»bran^inhdurch dementem vlll erhöhet/ Altern»

pi,/^ltieri, dUrch ^lementsm X.^ngulllzra, Y0kt

welchem der Ast äi calcztÄ noch übrig': ^stalll»L2lcjmotti,82i berinj,V0N Urb2Nc> Vlll > darUNteV

der Fürst von palcllrmA das Haupt ist / öorgkelsdurch paulum v> deren Haupt der Fürst von 8ul-mone und ^ollanoistz Lustalo» Luoncompa^nÜdurch ^reZormm Xlll, (^atllzrelli^ <Ü2pi?ucclli >

Orpegna, LzllaZutti, (ÜAvsliet^ (^slarim) dereN

Haupt jedesmahl (Zonlalomere oder Panner-Herr der kirche ist/Lell>deren Haupt der Hertzog

VON /^'-.izsparta ist/ LviAi durch ^lsztZttclruMVIl».

eolllm, (ZaetLni i dessen Haupt der Hertzog von8erwcmett3» UNd Fürst V0N Lalsrta ist z Lonelll »

^ankiello, (Ziüstini^nl, llancellott^ llanicg»ll.3ntl,I^e0äoll, pitta, puäovilio durch (ZreZorMMXVi^zclleraM^ Xlaläackitti.Xlztllmi, Xlsttetz VON

welchem geschlecht der Hertzog von devHertzog paZamLZ und der Marggraf xlattei ab-stammet z ll4ontotio,^uts Oäelcglclli durchnocentium Xl>und ist das Haupt darvon vonpivüo 0äe5ca!clll, Hertzog von Sirmien / Or-l»llrAcciano und palo5 Ol-nznizOttoboNi durch z^ls-Xantlrum VIlI,p3lomb2t3^p3mllllc>,?erettl, durchLixtum vffrsnZipzni, welches üUsgestorben/pio»K3^glik(icci)k.0ncl3lllniAk(ci8pißl!08i)v0N (llemen-^te IX, kuspoli, 82nt3 Lroee, L5c>r?a, dess'N hüUptder Hertzog von Onano und 8egm ist/8ps6g,Vai»ni,U.a.m.

Sonsten findet man auch verschiedene Rit-Mm.- Sk'ter-Orden in dem Kirchen-Staat: i DerRitter-Orden des heil, grnbes von Idru-snlenv welcher zu zeiten La!6uirll! Königs zu Je-rusalem um das jähr niogestiffttt seyn soll.

Ihr Habit ist weiß/ und aus der brüst tragen sieein rothes ercutz/ um welches vier kleinere vongleicher sarbe stehen. Vormahls war ihrevornehmste residentz zu Perugia/ biß sie PabstInnocentius Vlll A. 1484 mit dem Johanniter-Orden vereinigte. Jedoch sonderte sie PabstAlexander VlA. ^496 wiederum ab/ und Ma-chete sich selbsten zum Groß-meister/ den euar»

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