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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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631
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von demFürstcnchume desPabsts.

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sriedigung.eine gewisse Natuaunit Vermeidungdes gantzen vcrlauffs/ auffrichten lassen müssen.Also wurde das anglimmende kriegs-feur ge-tilget/ auch zugleich die Päbstliche Hoheit voreinem stärckern col^o und anstosse dewah-ret.

An der 8orbonne zu Paris Ä. i68z hat manunter anHern propolmons-puncten mit vorge-tragen: Oer pabst könne d:e Nischöffe inFrankreich nicht abschaffen / wtder dieregulen dieser kirchen. Wie nicht weni-ger der pabst wäre nicht mehr als ein all-gemein conLilium, sondern müsse sich nachdiesem richten. Auch Ware er ohne mrt-eiNstimmung der kuchen nicht insgiNbel.Was in der fache/ l.a ^e^te genannt/ vor ver-schiedenen jähren ergangen/ und wie glimpfflichder daniahlige Padss innaLentiu, xi mit deinKönig in dieser uiid andern fachen verfahren/darvon wird unten bey der bcschreidung deslcbens dieses Pabstes mehrere Nachricht folgen.So ist auch dekandt / was aus der quartier-freyheits-sache vor bewegung entstanden / wasdasParlament/!e8At-gncjez Lbamdres Sc klour-nelle i über der Nullität der Pabstlichen bulleA. 1687 vor eine äechraticin gethan/ und wasvor ein appel ans nechste General^tmciliumergangen / wie O. Luthers pe-ncicha darinnenfest gestellet/ und wie die Catholische Geistlich-keit die gröste ombrage darüber gemachet / undgesuchet/ die fache nicht zur weitlaufftigkeit kom-men zu lassen / sondern zu supprimiren.

vie Cron Engelland anreichend / so habenchesg.il' Vvni ,zv)ar die zu zeiten der mocliorum ieculorum inMstMrttt Europa eingewurtzelte opiniöne^.und diePabst-liche darauf gegründete stete anmassungen esdahin gebracht/daß man auch in Engellandgeglaubet/der pabff wäre das sichtbarlische Haupt der kirchen. Alldieweil Nun desstuhls zu Rom ümbltiou solche geistliche souve-rainitat soweit erstrecket / daß der weltlichenObrigkeit fast wenig KeZckiZi dienichtzur äc-penclentz Hon der Römischen Monarchie gezo-gen worden/übrig gelassen werden wollen / soist sich nicht zu verwundern/daß auch dieses Kö-nigreich seine beschwerliche influentz davon lei-den müssen. Als denn die Ministri des stuhlsdie Cron Engelland vor tributbar/ und das sogenannte R.vmelL0t,oder Senium DtVl ?etri»welcher von allen hausern jährlich nach Rontgeliefert werden müssen/vor ein zeichen der umtetthänigkeit auszudeuten sich gelüsten las-sen.

Allein wie die Engtische Nation dergleichentnbut nie gestanden; also haben die Königesich dermajstn comportiret / daß sie auch nichtemmahl völlig in geistlichen sitchen/geschweigedenn in weltlichen / der PäbstlicheN Obergewaltgewichen wären / ob sie sich gleich dann undwann mit schwach und Hohn belegen/ und vielunrecht leiden müssen.

Röttig Wilhelm / der Rothe beyge-Nühmt /wurde auf veranlassung des Ertz-Bi^schosss zu (ÜantSl bur^i^nslielml, vom Pabst Ur-bans n mit vielen eingriffen und Verdrießlich-keiten beschweret; er mamtcnirte sich aberdurch ein Edict/ und ließ sich die csliatur dergeistlichen cl-gnitäten und präbenden nicht neh^wen« Dessen nachfo lger König Henrich l hat^

te mit pabff pascbali deßbalber neue Händel/bestätigte aber das Königliche recht der geistli-chen Inventuren seines Königreichs; da her-gegen der Pabst/damit nick)t etwa eine Verjäh-rung Wider seine praLtennonen erwachsen mög-te/einem oder dem andern Prälaten den Bi-fchöfflichen mantel/ ring und stab zuschick-te.. , . ^ ...

Röm'g Henrichen !I , einem fast mächtigenHerrn/ machte sein gewesener Cantzlar/derErtz-Bischoff zu L3nterbur7i aMsmas, wegender gerichtbarkeit über die Geistlichen / so wohlauch der kirchen-lehn halber/viel gefährlicheinttlgues. Nun wüste sich zwar der KönigWider diesen unruhigen kopss und pnbff Ale-xanders Iii gefährliche maLbinsNou^ anfäng-lich sattsam verwahren/undsowol durchdas zu Clarcntz gehaltene LoncilMm, als auchandere darauffolgende schärffere anstalten/bey seiner Hoheit zu maMteniren z gleichwol be-gienge der König hernach den grossen und vonniemand vcrmulhtten fehler/ daß/ als er aufberedung etlicherPrälattn/ mit dem aus En-gelland entwichenen zu ?ronLevuux inNormandie zur mündlichen Unterrcd-und ve^söhnNng kam/er dem Prälaten/ der sein unterethan war/ in respect des Päbstlichen stuhls/ daspferdzweymahl beym zügel hielte / als iMoma;aufsitzen wolte. Und da dieser hoffärtige pfaffvonvicr pcrsonen/die über des Königs ehre ei-ferten/ todgeschlagen/ und der hieran unschuldi-ge Pönig in grosse Ungnade desPabsts und inbann käme / dettmchigte sich derselbe dcrmassen/daß er sich zu Cancerbury nackend auszöge/sich von einem Haussen Mönche geisieln/und von einigen drey / von andern fünffstreiche geben ließe. Welches heut zu tageschwerlich eine privat-person/ geschweige soein mächtiger Monärche leiden würde..

Was der/vom obgemelöteN pabst Alexan-der Wider Rönig IohanNem /auffsechs jähreund vierthalb Monate geschlagene bann demgantzen Königreiche Engelland vor jammer undnoch zugezogen/auch was die folgenden Päb-ste denen folgenden Königen und der Nationvor schimpf und spott zugefüget/ davon ist all-hier ietzo nicht zu melden/ sondern nur zu be-richten/ was man vor mittet darwider säsiibi-ret. P »önig Eduard! verordnete Ä. 127^das 8t2tvtum äe mort Maine M behaUPtUNg derKöniglichen lehndienste und kammer-intra-den wider die Geistligkeit und dekeN exemttvugar nachdrücklich; So hat auch, das 8tat^tum frTMunire^ welches Rönig Richard llA. 6.IZZ9 ertheilet/ dem Pabst das recht undgewalt/die Englische Bischöffe ein-und ab-unvdie übrige Clerisey von einer präbenda Undpfarr zur andern zu versetzen/ gcmtz abge-schnitten/ und die Königliche Hoheit Wider diepäbstliche prXtensione8 sattsam pj -XMuniret.Was durch die principia i welche ein gewisserProfessor zu Oxfott/ nahmens Johann N)L-clesi wider des Pabsts autorität / und desstuhls zu Rom schwere gebrechen/ unter Rö-ntg Eduards m und der Stände in Engel-land eonniventz/ oder geheimver anstifftung/in die Welt bekaUdt gemacht/gesuchet worden/ist allhier zu weitläufig. anzuführem Die-ses waren aber nur die funckeN/ woraus die

fol-