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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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630
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Des Europäischen Herolds vierdteHüupt-HandMz

stuhl k0i??men/und daher seines cbarackeris 'so unwürdig/ daß auft einem General-Qoncülv ein anderer rechtmäßiger pabstan seine stelle zu subttttuircn wäre. Und die-ses hat man dem ^rclii^iscono ^atdonens!,wel-cher in guaütät eines l.e^at! /^pottoUci vorhan-den war/ mit harten Worten unters gesichtegesaget / auch an die Cardinale geschrieben:

Zxlos preist!, /^bbates, priores, Vecavi, praepoli-tl, procuratoreZ Lapitulvrum, Lonventuum,LoIIegiornm» Uni ve? litatum, Urbium 6^c.omni tempore cbcitur (ZalliX kegnum UüO unifubältum in temporaübu5 , ^noc! omnibu8 notum

ett. Der König selbst ließ in einer schärftenantwort ander. Pabst diese anzügliche sorma-lien gelangen: ^ciat maxima tua patuitasnosintemporalibus nemini subette. Dltt'ch diese Uttddergleichen majestätische bezengungen brachtees der König soweit/ daß der Pabst gantzkirre wurde/ und zufrieden war/ daß der Kö-nig in den wichtigen gräntz-irrungen und an-dern cMereruien/ welche er mit König Edu-arden in Engelland hatte/den Pabst zu ei-nem Obmann und Schieds-richter/ als eineprivat-person/nebstdem Herrn LeneckäioQa^-tano erkiesete. Wie denn der Pabst in dem(Zompromili Ixeceis 6e oato R'0ZN an? 27 Junil^.1298 also schreibet: In N05 Lonikäcium äivi-na Providentia Papam VIlltancznarn inprivatamperlonarn comvronaittere curaverunt. W>0r-von H. Leibnitz L06. ^ur. (?ent. I'om. l prodr»n. 16 ferner nachzuschlagen ist.

pabst sulms i! war von gleicher xtXtenliori,und suchte bey Röuig Ludwigen XII eini-ge ober -gewalezu behaupten/belegte densel-ben mit der excommunicÄtion gleicher gestalt/muste aber erfahren/ daß man in FranckreichallePabstliche bcdrohungen verlachte/und ftlbi-ge mit gegen-Manisejien großmüthig bestritte.Wie denn Franckreich darinnen so weit ge-gangen/ daß es eine güldene mcdaille prägenlassen / darauf das Königliche contrefait samtdem titu! von Franckreich und Neapolis auffder einenz auft der andern feiten aber das Kö-nigliche wapen mit der Umschrift: perdamka-b^lonis nomen, zu bcstnden. pabst Lixtns Vversuchte sein heil an Röntg Henrichen zuiplavarra/ wie auch an dem Printz de Lonnemit der exeommunicatton, es lief aber auchübe! ab. Als Pius v A. is66 zu Paris diedann-dul'e wider die Königin Elisabeth an-schlagen ließ / und sich der Engelländische Ge-sandte/dessn diener das patent an einem oneab-und in stücken gerissen hatte/ darüber be-klagte / daß aus solche weise kein König seineslebens und regiments sicher wäre/gab derKonig an den Lieutenant criminel ordre zu in-c^uinren/ und denjenigen zu bestraften/welcherden anschlug verrichtet.

(Zregorms XIV kam mit seinem Vaticani-schcn donner auch in vielverachtung/ und mu-ste leiden/ daß die bulle des banns durch deshenckers Hand verbrannt wurde. Was derCardinal von Lotharingen der Weriori-tätdes Pabsts ausdemLoneiliozu Trient ent-gegen gesetzt/ und wie die Frantzöische Geist-lichkeit dazumahl ungeschem und öffentlich ge-lehret/daß d-e einstgungund botmäßigkeitder Bischöfte eben jowol in göttlichen

rechten/als des pabsts gewalt gegründet/und unter ihnen keine andere ditterentz als der?ckm2tu8 bonez?i8 sty/ und daß der päbstllch^gewalt nicht absolut, sondern auf die cano-nes undkitchen-rechte eingcschrenckt/auchdannenhero in Fmnckrctch üblich sepe/wenn eine pabstliche bulla dein Parla-ment überreicht/ und etwas / so dem Fran-yöischen kirchen-Regal widrig/ darinnengefunden würde/ daß solche bulle vor man-gelhafte und ungültig gehalten / auch de-ren Vollziehung öffentlich verboten zuwerden pflegte. 'Item/ daß dein pabstdie allgemeine kirchen-aufsicht und Wlen-patns VecumemLUZ nicht zu verstatten sep^Dieses/und was mehr zu cnckräftung derPäbstlichen obergewalt vorbracht worden/kön-te ausführlich gemeldet werden/ wenn es derVorsatz bey dieser arbeit lidte. Man beziehetsichderowegen aufdasjenige/ was von ?etroLvavi ?o!ano und 'sbuano wegen Verbrennungder bullen A.is9i, wie nicht weniger wegen des^darianX buchs A.161O / von Lramondo beschrie-ben worden. Was aber der Cardinal Leüar-mmu8 mit seinem buch gegen öarclassm, inglei-chen Lcioppiu8,öecanu8, Adolph Schulcken/ 8va>re2Und Lau6iÄrellu8vor lata in Franckreiä) ge-habt/würde zu weitläufftig ftyn/ allhier auszu-führen.

Auf der Reichs - General - Versammlung 6-A. 1614 ist mitteist eines gemeinsamen Wussesdecretiret worden : Oaß der Rönig inFrankreich aufder wele in politischen fa-chen souverän?/ und seine dependeny alleinvon dem allmächtigen G C> TT / sonstenaber von keiner irrdischen gewalt seineReiche zu recoZnolciren habe. Weil mannun an feiten Franckreich/seither Rönig Carlsix zelten/jederzeit sorgfältig und klüglich zwi-schen der Person eines pabsts und demApostolischen stuhle dittinAuiret/ und jenemso viel nicht/ als etwa anderswo geschehen / zu

Jmnassn denn in gantz Franckreich die Mei-nung im schwänge gehet/ daß der Pabst überdie weltlichen geschaffte der Könige keine ge-walt habe.

Als A.1S62 des Königs in Franckreich Am-bassadeur Ouc de Lre-^ui von der Päbstlichenlelbgarde derer Corsen/aufanstiften der Päbst-lichen Nepoten und unter connivenh Pabst Ale-xanders v:i geschimpfter worden / und der Kö-nig solche vmlation des Gesandschaftt - rechtshoch empfand/auch zu rn^inenirung seiner Kö-niglichen repntation ftine trouppen gegen Ita-lien anmarchiren/und die flotte gleicher gestaltinseelauften ließ/ hm sich der Pabst nicht mitdem bann/wie die vorfahren/gcwehret/ son-dern gelinde satten aufgezogen/und dem Kö-nig dadurch iatiskackion gegeben/ indem cr sei-nen bruder den Donatio indieInsul Kialtamgleichsam als ins exiüum, und den Cardinal im-periale nach Genua in sein Vaterland zu reifen/den Cardinal Depots aber gen Paris / den Kö-nig zu versöhnen/ beordert/hiernechst auch dieCorsen sämtlich abdancken/und aus dem 8t5.roäettaLbieiä vertreiben/auch zum steten andru-cken dieser der Cron Franckreich gegebenen be-

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