v on dem Fürstenthume des Pabstes. 619
in Teutschland das Pallium von Rom zu ho- zu bringen / ja den pabstlichen über
^ zen/ denen Frantzöischen aber schickte man es GOttes thron zu erheben; und wie küm-
sMS' entgeld zu/ daraus man endlich eine noch- merUch das reche und Hoheit der christli-
wendigkeit und recht gemachet. chen Staaten dargegen behauptet wcr-
Solcher gestalt nun die geistliche Monar- den können. Anmaßen denn absonderlich A.
chie in der Archen auffzurichten/ und die religi- zzz8einDecret des Reichs/ welches dieMins-
on nach dem Staat allenthalben zu aLcommo- rilen selbst aufgesetzet/pubüLiret/und darinnen
cüren/ kostete zwar viel mühe/ und großen erwiesin wurde/daß die Aapserltche würde
fleiß. Dieweil aber die gesanume Geistlig- und gewalt allein von GOtt sepe/ und we-
kcit ihre convementz dabey sehr wohl antraf/ der der pabstlichen Lvnbrm2ti0n Uttdappro-
und das gemeine intereK zu befördern / aus banon ^ noch krönung vonnöthen habe»
antrieb ihres particulier-vortheils begierig Wir wollen uns aber mit drey exempeln be-
war/giengalleswohlvonstüttem gnügen lassen/ nem!ichvonFranckreich/En-
Die pabstliche souverainitat aber gegen gelland / und der Republigue zu Dene-
MMY-' weltliche Potentaten auszuüben/ sich dig»
MMe denenselben zum Haupte zusetzen/ und sie auch Die CronFranckrekch betreffend. Nach-S^,
Politik sich unterwürfig zu machen/ war dem sich der Päbstliche stuhl in den elenden klmm/Ä/kMMm eine hatterenuß/ als daß sie ohne gewaltund zeiten/ da sich vom Pabste fast gantz Europä^bam.2?^ blutiges zahnbrechen auffgebissen werden kon- tapfer vexiren lassen muste/ auch untersangen/te. Meines erachtens war Pabst Gregsri- durch die Clerisey in Franckreich immer inehr^„,th US VII der allererste/ welcher sich hochmü- eingriffs und boßheit zu begehen / fastete diekr Pabste thig unterstanden die weltliche Patents Ritterschaffc A. !247 die resvlution ihre ge-Mmm. ten zu seinen knechten und unterthanen rechtigkeiten und uhralte Privilegien zu verthei-zu machen. In dem zu Rom A.C. 1076 ge- digenztrat demnach in eine bündniß widerhaltenen Loncilw hat er unter andern Cano- den pabst und erwehme Clerisey/ und richre-nen mit setzen lassen/ es seye kein anderer te damit so Vielaus/ daß der Pabst darübernähme unrer dem Himmel als der nähme erschrocken / und an statt die bundsgenossettdes pabsts/ als welchem alle Aönige die zu straffen / die haupter dieser Union mitgu-süße küssen müsten. Ein hundert neun und ten fetten Pfründen regalirte / und ihnen alier-dreyßig jähr hernach/ hat Pabst lunocemms iey üblaß ertheilte. So hat einige zeit her-Ili einLonclliumzu Rom im bateranögehalten/ nach pabst LomfaciuS ViU Aöttig Philipsund verordnet/ wann der weltliche Herr Pen den Schönen in Franckreich durch sich(Kayser / König/ Fürst) innerhalb emes jah- nen Nuntium/ den Bischoff zu Apamea/ zumres von der zeit an/da es chm zu wissen ge- Heerzug wtder die Saracenen ins gelobtethan wird/ saunng ist/ dem pabst em be- land bereden lassen wollen» Als nun der Kö-gnügen zu leisten/ so erklaret der pabst nig nicht also fort in des Pabsts polwA^cvmvon nun an/ desselben lehnleure chree ciescenäirte/sondern den PäbstlicheN LegatenPflicht und unterthänigkeit gegen ihn seiner harten wotte halber in artest legen ließ/entjchlagen Zu seyn / und giebt sein land ist der Pabst so kühn gewesen/ durch einen anspreiß/ daß es die Katholischen einnehmen dem Bischoff dem König andeuten zu lassen/mögen. Man hat auch vorgebracht: gleich- würde er sich nicht zu schleuniger äimillwn deswie die sonne den mond und sternen am Nuntii erklären / so wolle er den Aönlg inglanye und krafftiger influeny übertref- den bann thun/ die unterthanen von dem ge-fe/ und dieser von jener ihr licht und glany horsam und Pflicht loß zehlen / und das Königsempfingen; also die Aönige und Fürsten reich/ als einen dem Römischen stuhl heimge-vom pabste ihre hoheitauch borgen und fallenen Staat/zu coiMciren. Gestalt aucherlangen müsten. der Pabst würcklich zugefahren / und nichtSem dm Wir haben oben in befchreibung des juris nur den bann öffentlich ausrüsten undanschla-Mer. LitcÄ s?.cta im Römischen Reiche Teutfcher gen lassen/sondern auch verordnet/daß die worsNation hinlänglichen bericht ertl)eilet/ wie sich te: R.eZnznt6 plulippo, aus denen 26^ publicisdie Pabste denen Kaysern entgegen gefetzt/ ausgestrichen/ und an deren statt die Worte:und ihre Hoheit über dieselben zu befestigen/ Keilas jetu LbMo, eingesitzet würden/ mitmithin den Kayserlichen thron unterzudrucken/ öffentlicher andeutuNg/ was maßen die Crottund Italien so wohl a!s Teutschland in den Frankreich dem Apostolischen stuhljureke!^zwang der unterthänigkeit zu schlagen getrach- uiX heimgesallen wäre» Durch diesen Violen-let. Allhier wäre nun noch kürtzliH zu mel- ten eingriff hat sich zwar der König genöthi-den/ wie der pabst die höhnt über al- get befunden/ den Nuntium des arrests zu ek-le andere christliche Staaten / samt dem lassen; allein er hat gleichwohl zu behaüptungrecht über leben und tod der Aönige und der Königlichen souverainite und mclepemlentzPotentaten/ pr^renckret/ was vor blutige vom Pabstlichen stuhl durch eineund höchstsichadliche trcnnungen daher pmAmaücgm in dem 8yuo6o und Versammlungentstanden / wie man die christliche Po- derdM)enStaNdt zuparisAa^HdiesiPabst-tentaeen/ so sich diesem joche der päbst- liche anmaßungenVernichligen und c^i.ren lastlicben Monarchie nicht unterwürfsig sin/ und darneben verordnet/ daß forthittmachen wollen/ bald mit dem donner des niemand nach Rom reisen / noch geld oa-banns/ bald mit den Waffen geschreckt/ hin liefern/ noch an den pabst appeil-rettWie ihrer viele sich bemühet dem pabst solle» Allermaßen auch die Frantzöiside Geist-die absolute gewalt zu sllerirm/ seinett lichkeit noch serner äscl-mrte/ es Ware derund GOTTes richter-stuhl in eins M Pttbst durch unordentliche wege zum
Kkk k Z stuhl