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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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620
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620 Des Europäischen Herolds vierd te Haupt-Handlung

in einer solchen ordnung nach einander geftel- Heryog zu Urbrno erloschen/worauff ihm M

let worden/ wie sie ohngefehr beygefallen/ ohne ner schwester söhn Francsscus

daß hierbey der Vorsatz gewesen / sich einer un- Maria von Ruvere kuccestiret/ welches enckel

befugten locztions - ordnung zu unterfangen / gleiches nahmens nach todtlichem hintritt seines

alsdenn auch durch einer particulier - person sohnes Friedrich Ubaldi das Hertzogthum

unverfängliches vornehmen keinem grossen Urbino A. 1626 dem Pabstlichen stuhl uberge-»

Herrn nachtheil oder verkürtzung zugezogen den/mit vorbehält einiger guter im Senogalli-

werden kam Nechst deme ist auch unange- schen gebiete/die seinem nächsten geschlechts-ver-

zeigt nicht zu lassen/daß über die unten beschrie- wandten Iuliovon Ruvere mit dem titul ei-

bene Ztaliänische Fürsten noch folgende sou- nes Marggrasthums sind zugestanden wor-

veraine hauser anzutreffen sind/ oder doch vor- den.

mahls berühmt gewesen. iv Das haust v-irano, welchen nahmen die

I Die Hertzoge von und souvcrainen Printzen Ne Lamerino geführet/haben zum gemeinen stamm-vater den berühm- davon die letzte erbin luba Vamna, principclls

WN Lapitain facob /^tten^ulum VON Lo- Ni Lamei ino^LuiclobLlclo cli ll4on5ebre clella Kon-

tlgnvlc A.1Z69 gebürtig/welchen sein (General /z.!- vere geheyrathet / welcher nach vielen kriegen

t?ericu8k2lbk2ni deßhalber/weil er alles sorciret dasFürstenthum an Pabst Paulen iliA.isZ9

und mit gewalt getrieben / Llorria genennet. ceäiret hat.

Sein Herr söhn ?ranListM5 Zfortia.Graf von V DasFürstliche haustäell2 8ca^welches

Incarico und Paschen/ wurde A.l4sO lnit dem hiebevor Verona,kreicla, Parma und I.ucca innen

Hertzogthum Meyland begabt / denn er hatte gehabt: es haben aber die Hertzoge von Mey-

die Prinzeßin Blanca Maria von Meyland tand/ und hernach praneilcus 11 Herr von Lar-

zur ehe/ welches sein enckclkrancilcus 8kvrtia A. rara selbe vertrieben/ und diesen sind die mei-

zsZ5 mit seinem tode wieder verlediget hat. Der sten städte von denen Venetianern wieder ab-

vierdte söhn Xlurü warVollus 8korria, Graf von genommen worden.

LanNa klors. Dessen zweyter enckel Lolius j! V! Das haust Laraffa. Das Fürstenthum

Ltortia Pabst Pauls III tochter in der ehe hat- Caraffa hat Vormahls dem Fürstlichen Hause

te/ und dessen söhn Xlarius 8sorsta, Graf 6e 8. Mantua gehöret/ ist aber durch Heyrath an die

klora Lc LorMamia, mit seiner Genrahlin die Caraffen/ und von diesen ferner auffdie Lu^.

Grafschafften Valmontons und 8e^ni erwarb, mannos 6e Xleclina äe las Corres, welche es besi-

Sein Herr söhn prancileus 8tortia ist zürn Her- tzen/ gekommen. Die Caraffen im Neapoli-

tzog von SeZni creiret worden. Dessen zwey- ranischen schreiben sich herzustammen von ei-

ter enckel ^uäovicus 85ortia ,.>)ertzog von vnna- nem großen Capitain/ welcher/ als er aus ei-

Q0 und LeZno Graf von Sandra plora ist A. 168s ner schlacht gantz blutig kommen / und der

mit 67 jähren ohne kinder gestorben / und hat Kayser ihn umarmew / er die blutige zeichen

seine lande zweiffels - frey auf seines Herrn va- seiner Hände auf des Kaysers silbernem cuiraß

ters bruders söhn Friedrich skorriam, Herhogen zurücke gelassen/ darum der Kayser sagte: La-

von LXlarmo, oder dessen Printz Lajetanum ra 5e m'e la vottra. Larafö.

Lkortiarn LXlarinum verfället. VI! Dte souveraitte Grafen von peligka-

II Der ^larebsle öl Lentivoolio; welches no aus der Ursiner geschlechte / Hertzoge zuhauß den zunahmen nach einiger vorgeben da- Nraceiano, wollen vom ktrsino und ?rimienoher haben soll/dieweildessenstauun-vatersKn- herstammen/welche vor diesem die stadt Rom (welcher Kayser Friedrichs n natürlicher von den^.ongobarden errettet.

söhn und König in Sardinien gewesen) ftau Vili Der Fürst von Masserano aus dem

matter bey seiner geburt die worte gcführet: Hause Ferreri / welch kleines Fürstenthum

elae ben ti voZiio 6Miolo MW; cke bsn ti V0' zwischen dem Hertzogthum Meyland/ der herr-

Ailv! So viel ist indessen gewiß/daß der in dem schafft Vercelli und der landschafft Diella

Bolognesischen gelegene ort LenrivoZlio dieser liegt/ und dem Pabstlichen stuhl zu lehn gehet,

familie ehemahls zugehöret/ aus derselben auch ix Der Fürst von Vozzolo.

Johannes I ungefchr ums jähr 1400 sich der X Der Fürst von Guastatin / heutiges

hwrrschastt über die stadt Vologna ange- tags Vincent-us Qon^ZAa, der A. 1692 seine

muffet/ und solche über ein jahrhundert/wie- Muhme Mariam Victoriam Gonzagin ge-

wol mit wechselhafftem glück/ auf seine nach- heyrathet/ und von ihrer Kayserl. Majest. in

kömmlinge vcrstammet habe; nachdem aber das Hertzogthum Guastalla retlüu:xet wor-

A. iso6Johann 11 vom Pabstluüo 11 unver- den.

hoffter weise überfallen und aus der stadt ge- xi Der Herzog von Sabionettn.

jaget wurde / retirirte er sich nach Meyland/ Xii Der Fürst von ^tjlmno.

oder wie andere wollen/ ins Parmesimische/all- xiil Der Marckgraf von Castiglione

wo er auch nach verfliessung zweyer jähre ver- und äelle 8tivetei stammen alle fünffe aus dem

storbem Seine Posterität kam zwar A. isir Hause Gonzaga her/ und rübmen sich der fou-

durch ^rantzöische hulffe wieder in die stadt / verainität z recvAnosciren aber doch im bolo-

muste aber bald daraufder Pabstlichen gewalt Zuebschen ihr lehn vom Kayser/ von welchen

austs neue weichen/und hat sich nach der zeit zu unten mehr bericht ergehen wird.

Ferrara niedergelassen. Einige sitzen dieses XiV Die Fürsten zu ?wmbmo sind vor-

hauß unter die Vasallen des Hertzogs von Mahls aus dem Hause der Apmner gewesen/

Modena/welches wegen gewisser lehnschafften nachdem aber Loimus, hernach.s^cobuz vii ge-

etwanichtzuläugnem nannt/ ohne kinder verstorben/ und seine

in Das hauß ^ontekeltt-o, dessen männli- schwester Jsabellam eine Gemahlin

cher stanim bereits?l. 1508 mit Gvido Ubatdo von Mendoza zu erbin gehabt/ ist die gantze

ver-