Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
585
Einzelbild herunterladen
 

'» ^ > '- '-..X' ^^ >'X

t» i- 'XX'XAl,

-

>< c-i^tK

'xMAH

S-.'

»- - '.:)-^>P^O

^ Ä^«s»

'---ZV"

.. . - Hi»i»,

X t»

-i^

''""-'XU >?

x.r-zN''^

-- ^^ÄNd

^.i>

? - -^7'GÄchlliy22 U NMWW

2 lt.2 ..S Ässk vii'

' ../ 7^-'.?.K2Ä!sMU'22 -cc^^ctjOs

» ^ '''Z

^... 7^'

''V -> .I-^KD

-. ' ' "

X-S-DW

^"'. -7'X-TW>».-X'^ Z"'"ZX.VüD

.-^'5

/kl

-'' . >,

>' X A-^I^..- .xlchs 'X

von dem Freyen Staat zu Genua.

585

sehr groß/auch die ussicht und ^geschaffte / zu-mal)! da man gantze lande/ städte und ämterzum pfand-westn geschlagen/ sehr mühsam undweitschweiffig worden; daß sich mancher da-für gescheuet/und sich damit nicht beladen las-sen wollen. Die vielen privilegia und ehreaber/ welche so wohl der Staat allhier selbst/als auch die Kaysere/ Pabste und andere ih-nen confsrirei haben/ sind ein mittel gewesen/die last und bürde angenehm zu machen. Un-ter welchen frexheitcn auch diese ist/ daß dieCompera nicht von der stadt- Obrigkeit/ son-dern immsälate vom Doge und der Rcpubli-que äepenckrel/ und zu einem besondern gros-sen Magistrat worden ist/ dessen genchtbar-keit veranlasset/daß man die stadt Genua inZwo gemeinden hauptsächlich hat theiien müs-sen/ nemlich in die grössere / wie weit selbigevon denen/die imPalazzo die regierung führen/xuberniret wird; und in die Sanct-Georgi-sche /. welcher der Magistrat der Sanct°Ge-orgen-gesellschafft vorstehet/ und denen 1.0L2-tanis und theilhaberen der öffentlichen einkünf-te zugehöret. Bei) dieser letzter« hat sich dieglückseligkeit ereignet / chaß sich bey ihr nicht/wie bey jener/ viele Veränderungen/ auffläuff-te und tyrannisches wesen / sondern friede undruhe verspüren lassen. Dieser Magistrat be-stehet aus acht Präsidenten / die man Proteiton nennet/ welche jährlich wechseln; und de-ren alle sechs monat wiederum neue auf folgen-de art aus denen compagnie-verwandten / je-doch nach unterschied der dargeliehenen sum-ma/ erwehlet werden. Aus der gantzen ge-meinde derer i^caeonwehlet man 8O Personen/weiche aus ihrem mittel 34 andere ernennen.Diest dörffen eher nicht aus dem conci^vi ge-hen/biß sie sich über der wähl der acht ?rote.Koren verglichen / uno muß ieder derselben ze-hen stimmen zum wenigsten vor sich haben. Dieweitläufftigkeitund grösserer anwachs der ge-schaffte bey/dieftr compagnie haben noch fernererfordert/daß ein anderer Magistrat von demfahre seiner LoiMtution A. 1545 der sünssundvierziger genannt/ erwehlet/ und ihme diecoachutoris und Mitaufsicht übergeben wor-den. Und dienet zu wissen / daß die compa-gnie auch die Insul Lortica auff diese weiseunter sich getheilet/und von fremden schuld-nern lande und leute hauptsachlich vor sich/und hiernechst auch dein Staate erworben ha-be.

ÄRas ieder cre6itor und compzAnon vorsein capita! zu ziehen habe/ das kan man eigent-lich nicht wissen/ dieweil damit auffdie zelten/- friede und Unfriede/ steigende und fallende in-traden/ grosse oder geringere kosten desStaatsgesehen / und das conto darauf eingerichtetwttdieie werden muß.

seselMff/ Dadurch aber hat der Staat bey dieserwllOpq?verkehrung und S. Georgens compagnie ei-nen grossen politischen fehler begangen/ in-dem man der Cron Spanien / aus begierdezu einem Juden-zinße und ungewöhnlichengewinn / fast allen schätz und vermögen derstadt Genua zur zeit R. Philippens tt durchdarleihung in die Hände gespielet. Dieserkluge Monarch wüste kein grmgjames zwangs-mittel zu ersinnen/ wie er die Genueser in dmDritte Hanpl-HandilMS.

schmucken erhalten/ und seiner Cron clevot ma- 'chen könte: Denn der mehr berührte fürtreff-liche Heid ^nclrL38 Ooria hatte das vermögenzu hindern/ daß die Genueser nicht mit einerbrille/ nemlich einem castell/wie Meyland/be-schweret worden/unerachtet sie Rapser Carlv ans seine eigene kosten bauen wolle; daherder König auff diesen fund und kunstgriff kom-men/ denen Gennesern ihre haare mittel/ undwie einige wollen/biß ^Millionen/ gegengroße pcoliones undveMreibung vieler herr-sihafften/ lande und leute/ die aber allesamtunter Spanischer Hoheit liegen / abgeborget/und sie unvermerckter weise zu feinen casti-rem gemacht/ und damit elleNmrct/ daß dt?

Herren zu Genua sich in der Cron Spam-aufSpmucijen protection begeben müssen / auch issWM^!l>kriegs-undfriedeus-sachen wider Spani-en/ ja auch fast ohne dieser Cron 6ire6tio»nichts schlüssen und handeln dürsten/wöl-ken sie nicht gefahr lausten/ daß ihnen dieverpfändete Herrschaffren/ lande und gebieteentzogen werden. Und ist bey diesem credit-wesen zumahl das beschwerlichste / daß wanndie Spanier nicht wollen / oder wegen geld-mangels nicht können/ die compagnie in vielenjähren keinen Heller bekommt/ ja auch wohl vondem empfangenen hat heraus geben müssen/welches im Wechsel - cours grosse ungelegenheitund lärm verursachet. Wie die cxempelüppi iiund Iii,und nochletzlich nbilippi l v, wel-cher sie um 17 Millionen goldgülden gebracht/dessen ein besonders zeugniß giebt. Ob bey itzi-ger Spanischen Staats-Veränderung viel in-terelle vor die S.Georgen - Brüder/ sonderlichvon der silber-flotte/ausfalle/ ist fast zu zweifeln.

Die starcke Handlung/ zumahl obangercg-ter maßen mit seiden waaren imd cüchem/ ^Mhumsammet/spiyen/ handschuen/ trucknen con-ss^'^iituren/ fruchten/ fischen/ und mit wechselnim gcide hat gleichwohl denen privst-s viel ge-tragen/ und sehr reiche kaufleute und bancjuirergemachet / daß auch» einige derselben dem staatzu dienste gantze galeen bauen/ ausrüsten undunterhalten können.

Nur eines exempels aus dem edlen HauseDorla zu gedencken/ so hat der hochverdienteDoge Andreas Doria/ weicher A. is6o mit9z jähren abgangen/^ so wohl in erbau-undmeublirung seines prachtigen Palazzo / alsauch erfind-und aussbauung kostbarer galemund galeazzen/ ferner bey milden stifftungen/an mAZniKcentz es Königen gleich gethan/ undweil er keine kinder hatte/ bey lebzeiten seinemstief-sohne das Fürstenthum welches ih-me Rapser Carl v vorher gescheucht / nichtohne oiienla des Kaysets / wieder verehret/ undseinem vetter die stadt Tursina vermacht.Und gtaubeich/ besagter sein stief- söhn odervetter sey derjenige ^nllreottus vvria prinyvon Melsta/ welcher A.i6o6 auch im 9z jäh-re seines alters zu Genua mit tode abgangen/und vier söhne nachgelassen / deren der älteste^Zrebete lll lurigiia, funffzig tausend/ der an-dere von ^ar!c> viertzl'g tausend/ und noch2OOOOO werth an galeen/und andern fachen/der dritte/ welcher ein Cardinal/ zwey undzwantzig tausend/ der vierdte/ein Carmeliter-mönch/ sechs tausend/ alles ducaten und jahr-Eee e lichm