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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung
sonderlich von demn cluellanten/welche so starckjn die buchst blasen müssen/daß sie darüber ver-armen und andere sthr nutzbare Regalien/ diein denen ordinar-anschlagen nicht mit begriffensind/ mit hierzu ziehen/so wird es eine unglaubli-che summa betragen / indem wohl vor das amteines ^rocurarore cü 8. klares dem StaatIOOOOO scuclj erleget worden. Dahero eini-ge die einkünffte der Nepublique ^ ein jähr insandere gerechnet/aus 6 Millionen ceichsthaler er-strecken.
Slusgaben Nun hat zwar der Staat hergegen auch ein
des SlMs. sthr hohes atlfzurvenden/nls zum exempel aufdie militz zu wasser und zu lande/die flotte/ dieguarnisonen/ sottilicarioies, civil. gebaude/be-soldungenderbeamten und dergleichen/ welcheausgaben/ wie hoch sie sich belauffen/ etlichermassen nur aus denen kosten abzunehmen/ wel-che aufs Arstnal gewendet werden müssen/ undein jähr ins andere/ordentlich 500000 ducatenerfordern. Dahero auch öoreruz rechnen wol-len/ es bliebe nach abzug aller gemeinenbürden und kosten dem Staat wenig anbaaren Mitteln übrtg. Wenn dieses vonkriegs-zeiten zu verstehen/so ist es so gewiß wahr/daß man auch nicht einmahl damit auslanget/und derohatben zu andern Mitteln/ geld aufzu-bringen/schreiten muß. Denn es ist wohl keinStaat/welcher ausserhalb vielen geldes weni-ger zur kriegs-zeit bedienet ist/ als dieser. Eshat aber auch dargegen keiner so viel und so un-schädliche mittel den Mangel zu ersetzen. Undsolches geschiehet entweder durch neue taxenund imposten auf allerhand waaren/ sonder-lich fremde maauKHuren und deren man zurnoch entrathen kam Durch ertheilung dermonspoben über gewissen Handel oder waa-ren/als toback/chatten :c. oder durch eine ex-traorämar-taxe des Adels/ der Geistlichen/der bürger und handwercks-leute/ ver-kaussung des Adels an bürger/verkauffungdes?rocurarur amtL/der güldnen Kola, undder grossen ^l^Mraruren an ehrgierige undreiche dlobili; des bürger-rechts odercinsNi.nsn?a an fremde; derer titttl von lviarcbessund Lonre an den Ade! cli sserra ferma; derfrexheitan gefangene; der begnadigungan mslekcanten/ der wiederkunfsst an diebsnmlirten/U. d.M. Man pflegt auch capira-lienaus denen KsontibuZ pietgriz gegen zwey bißdrey pro cenw aufzunehmen / wie auch die Sü-den/ welche man vor schwämme des Staatshalt / auszudrucken; allermassen im letzternCandianischm kriege dergleichen geschehen/ undvon derJüdenschafft allein fünff biß sechs Mil-lionen erboben worden.
Jn wahrendem itztgedachtenTürcken - krieghat man auch die reichsten Nobüi bewogen/einemtldebepsteuerdem publica abzugeben/ unddadurch andere mehr/solchem exempel zu folgen/angefrischet/ dergleichen thaten der voZe vo-minico Lr>nrareno, welcher einen guten ansangmachte/und aus seinen privat - Mitteln 40000ducaten zur gemeinen kriegs - caM schenckte.Ihme folgeten einige der Herren proveckcori,
^lmo - 0rn3rs,,^nljrsa pssaro, Hlo^lio prioli,Oomcnico^anre, 8axre6o, UNd andere
mckr/ mit stattlichen colleSen: Daher manwoh; sagen können/ daß man mit einer feder
voll dinten/ohne jemand zu mcommo6iren/viele Millionen cronen zusammen bringen
könne.
Zur friedens-zeit aber ist nicht'zu leugnen/daß die Nepublique ein ziemliches ersparen/undzuförderst die schulden und aufgenommenencapitalien bezahlen/denn auch in den gemeinenvorrath eine gute nothdurfft legen kan. Nachendigung solchen Türcken -kriegs hatte derStaats Millionen pfund schulden aufm hals;einige friedens-jahre aber haben diese last gutentheils wieder hingenommen. Denn es ist kein M-viimStaat in der welt/ der weniger überflüßige lle-penlen machet/und aus der sparsamkeit tnehr VmA"gewinn ziehet / als eben dieser. Bcy der Mo-narchie muß die klagniiicentz des Hofes beobach-tet werden / und andere freye Staaten habenauch ihre geld - fressende Verfassungen in frie-dens-zeiten/welche aber Venedig nicht hat/undsolcher massen alle jähre einige Millionen erfah-ren kan. So werden die gemeinen mittel auchüberaus ehrlich und mit wenigerm unterschleiffals anderwerts »clminittriret. Die Qouvern,-tori äell' Intrscle UNd die Lamerlsr^lli, welche dieausgaben und einnahmen / und das gantze ü.nautz-werck zu bestreiten haben / sind allenthal-ben mit so viel äugen bewachet/und werden dierechnungen von den darzu verordneten inlpeüo.ren so scharff examiniret / daß es fast unmöglichist/ partierereyzu treiben; zugeschweigen/ daßI/jntÄcco cli Lassa oder der peculst ein solchverbrechen ist/welches aufs Harteste ohne einigegnade bestrafet wird. Es geschiehet keine wich-tige zahlung / ohne daß vorher im ?rsgsöi dar-über baloriret worden. Man thut sich auch inzahlung der schulden durch Übereilung keinenschaden/ sondern verzögert öffters so lange/ undmacht der fristen so viel / daß / wann einStaats-crellicor, zumahln fremde/ die vielenreise-und andere kosten anstehet/ er lieber einmerckliches an seiner forderung schwindenlasset/ als daß er den rest erwarten wolle- Weilmich die zahlung in ducaten des landes besche-hen/diese sorte aber von sehr geringer beschi-ckung ist / und an andern orten deßhalber weniggilt/ so ist der empfanger genöthiget/ solche ge»gen ein hohes ägio zu verwechseln/ und gut golddafür zu suchen/ oder es in Staats - landen wie-der auszuleihen/davon also eine gute parthiewieder zur gemeinen casta kommet. Hierbeyistnoch anzumercken/daß/ob schon die rectummit den Tauschen und andern ducaten einerleywerth und gewicht haben/sie dennoch zu Vene-dig einen sechstheil eines reichsthalers mehr gel-ten/ als die ducaten / durch welche erhöhung siein dem lande behalten werden.
Zu laugnen ist nicht/ daß wie der Staatdurch Verlust der vestung Oandia und fast Smunipder ganyen Insul/ wie auch mehrerer hiebe- t"dtn-vor im ärcbipelsßo und an den TürckischenKontieren gehabter Jnsulen und lande / eingrosses an intraden zurücklassen müssen; alsoihme auch durch entdeckung der Orientali-schen und Occtdentalischen Indien ein star-cker abgang zugezogen worden. Denn anstatt daß vor diesem/ ehe die Europaer in Ost-Indien geschiffet/alle specereyen/gewürtze unddie übrigen aus Indien kommende waarenüber älepoo und/Uexsnllrjs, dahin man sie auf
came-
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