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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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478
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

erWritten Kaupt-KandlungGrster Waupt-Mheil:

Von

reven Maate zu

Der rulMder stadtVenedig/und desStaats.

Jestädt Veneria ist ausser allenzweiffel das auge von Ita-lien/ und zwar allerdings ver-wunderungs-werth/^als dienur einigen wenigen städten inEuropa/ wegen der grossenHandlung/ convenrs alier Nationen in der gan-tzen welt/ wegen zierligkeit der NruÄuren undgebäude/und anderen dergleichen raritatenzuvergleichen/ allen aber an ungemeiner iimarionvorzuziehen ist. Nur allein Mexico in Ameri-ca soll ihr daran etwas gleich gehen / sonst aberkeine in der gantzen welt. Man hat sie ehe-mahls ivegen ihrer macht zu wasser und lande/wegen reichthums der commcrc,en/ wegen dergroßmachtigen herrschung/ und wegen VielheitderLolomen mit der Republique zu l-sce6«monin comparajson bringen wollen/ dabei) aber be-funden/ daß man ihr hieran um ein grosses zuwenig lgethan. Denn obgleich in vielen stattli-chen Verfassungen eine gleichheit obhanden/undes wohl an dem / daß der VenetianischeStaat in seiner art in gany Europa derfürtrefflichste / und eine wahre copie der al-ten Griechischen Republiken sey; so ist aberdoch dargegcn am tage/ daß diese alte/ oderdoch der alte l.sce62emc>Q>sche Staat/dem Ve-netianischen keines weges gleich gehen/ nochsich solchen flors/macht und prseeminentz zu sei-ner zeit rühmen können. Denn wenn sonstnichts obhanden/wodurch Venedig eine hö-here staffel Verdienste/ so wäre zum Vorzügegnug/ daß crwehnter Griechischer hechberühm-ter Frey-Staat durch die Handlung und sppli.catlvn der jee-silchcn zum ruin kommen; da sichhergegen der Staat zu Venedig vermit-telst der rrsiiqven zur fecund der schissahr-ten zur glückseligkeiterhoben/und darinneneine prsepotentz behauptet.

Der stadt Venedig Ursprung gehöret un-ter die unbekandtcn dinge/ das geben aber die

änns>cs, daß aufderJnsulkivsairci oder kiaito

selbige zu erst angeleget worden. Und habe diestadt ihre OnMles, welche dem Römischen Rei-Dero ur^ che unterthanig waren/gehabt. Ihr aufneh-wÄthum. men aber und errveiterung rühret daher/ daßals der beruffene tprann Attila/ einRönigder Hunnen / die Venetiam'sche gegend etwaums jähr Christi 421 mit fever und schwerdt er-bärmlich heimgesuchet / die inwohner der da-herum gelegenen städte paclua,^tar.0piterxio^Loncorclia und ^irinv sich in die ste-schlüffteroder kleineJnsulen der Adriatischen ste bege-ben/und sich allda vor der wuth der graustlmenHunnen aufgehalten/städte erbauet / und jedeeinen gewißen Bürgermeister/nachmahls aberIribuQum oder Pfleger / welcher jährlich abge-

wechselt/zum Regenten erwehlet / und fast wiedie Schweitzer-Cantons eine Republique zu-sammen conlwmret Hadem deren 8eost aus die-sen Pflegern bestanden. Als aber die deut-sche Nationes/Langobarden und Gothenbey ihren einfällen in Italien grosse Verheerun-gen und blut-bäder angerichtet/flöhe dasvolckaus Rom/ und andern grossen städten Haussen- 'weisein diese natürliche vestungen / und ver-stärkte den Staat der Jnsulen dermaßen / daßdas Römische Kaysmhum sich desselben zurhülste wider die Barbaren mit nutzen gebrau-chen konte. Gestalt denn der Kayserliche Ge-neral-Feld-Hauptmann Warles zu Wasser undlande daher stattlichen secours erhalten hat.

Endlich haben sich die i>ikum der Jnsulen Derselbenmit denen Longobarder Rönigen/ welche died?''Lnachbarschafft covquettiret/und festen fuß dar-wm.innen gesetzet/ dahin verglichen/daß sie nachbar-liche ruhe und frieden mit einander pflegen/dieDeutschen das feste land vom fluß ^clöua an bißan dieses behalten/und solches unterm nahmender Lombarde? beherrschen; dargegen un-serm Insul-volcke ihr Staat unterm nahmenVenedig verbleiben solte. Welches die kuo-clslioo des Venenanischen Frey - Staatsgeben könte: denn es nicht zu zweiffeln/es habenvorher/ und da die Kaysere in Italien noch waszu befehlen/auch die kräffte mit armeen widerdie feinde zum schütz der Reichsgenossen auszu-ziehen gehabt/ diese Insul - öreer unter desReichs botmaßigkeit gestanden / davon sieaber nunmehr/ da das Kayserthum in clecaclentzkommen/ und jeder Staat sich so gut / als mög- ^lich/selbst schützen und verwahren müssen/ er-lassen worden. Nachdem nun diese Republi-AAetque immer stärcker an mannschafft / und derregimentsstädte/darunter die nachmahls in einen stein-iuV«'hausten verwandelte stadt Kraclia berühmt ge-wesen/aufden Jnsulen und in denen marastenund see-sumpffen mehr worden / haben sich diesämmtliche völcker mit zuziehung des Patriar-chen zu (^rsclo und der fürnchmcn Geistligkeiteiner neuen Verfassung vereiniget/die ivbu-N05 msririmoz abgeschastet und die souverainegcwalt einer gewissen guaükcirten person/nah-mentlich Herrn?sulutic> /^nsfettozu ^eraclis, et-Ast^,wa Anno Christi 657 unterm titul eines Her- tzog düselb^yogs aufgetragen; welcher auch in die 20 jahrist tweM-dem Staat fürgestanden. Ihme folgte An-no yi^IarceNu,leßaliznus. Und diesem An-no 726 Hertzog Urlus tt/x»2tuz, wcl6)er aber sei-ner unerträglichen insolentien halber Annoyz?vom pöbel erschlagen/und der altetitul in der person eines Generals be? deruromii^miliy/ nahmens Dominicas wieder Herfür AA'v'e-gesuchtworden. Diegewalt aber hat ein sol-cher

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